Sonntag, 28. August 2011

Wo ist schon wieder die Zeit hin???


Inzwischen sind ja schon wieder fast drei Monate rum in denen ich mich erfolgreich vor dem Schreiben gedrückt habe :)  Und nach dieser Zeit verbleibt mir auch nichtmal mehr eine Woche hier in Kenia, bevor ich wieder ins Flugzeug steige und wieder die Leipziger Gegend unsicher mache.
Also wenigstens nochmal ein paar Einzelheiten aus den letzten Monaten.

Direkt nach Mt. Kenya hatte es Lorna, unsere englische Feriwillige richtig umgehauen: Drei Tage Krankenhaus...Die erste Nacht ging es ihr so beschissen, dass Stella und ich abwechselnd Nachtwache gehalten haben...Was genau sie am Ende nun hatte ist nicht ganz klar. Könnte irgend eine Lungenkrankheit gewesen sein, aber jeder Arzt hat da was anderes gesagt...

Am Pfingstsonntag bin ich mit dem Gemeindechor an einen Ort namens Mikimbi total in die Pampa gefahren.
Dementsprechend war auch das "Kirchengebäude" ausgestattet: Eine einfache, unauffällige Holzhütte mit ein paar Bänken, einem einfachen Altar und ein paar Stühlen. Das war mal eine ganz andere Art einen Pfingstgottesdienst zu erleben :)

Im St. Stephen´s hatte ich bis Juli wieder mal eine neue Aufgabe für mich entdeckt: Brennholz für die Küche spalten. Da hatte ich wenigstens für ein bis zwei Stunden was zu tun und war damit auch recht ausgelastet.
Abends habe ich wie immer Hausaufgabenhilfe gemacht. Und man stößt immer mal wieder auf eine Aufgabe, die mir richtig Kopfzerbrechen bereiten kann, meistens weil ich die Vorgehensweise inzwischen vergessen hatte oder einfach eine für irgendwas fehlt (die ich zu Hause in ner Formelsammlung nachgeschlagen hätte, aber sowas haben die Kinder hier gar nicht...)

Im Juli habe ich zusammen mit Jonas aus Nairobi nochmal knapp zwei Wochen Urlaub gemacht. Diesmal haben wir die Küste Kenias unsicher gemacht. Also per Nachtbus nach Mombasa und dann wieder zu Luisa und Sarah, den VIA-Freiwilligen in Mobasa. In Mombsasa haben wir ein paar Mal die Altstadt durchkreuzt, viele tolle alte geschnitzte Holztüren bestaunt, einfach am Mehr gesessen und genossen, im badewannenwarmen Wasser geschwommen und einfach gut gehen lassen. Einmal waren wir bei ebbe am Strand und ich konnte ganz viele kleine Krabben mit einer überdimensionierten rotgefärbten Schere entdecken und beim genauen hinsehen habe ich festgestellt: Auch be Krabben gibt es Rechts- und Linkshänder :)

Nach zwei Tagen sind wir dann wieder aufgebrochen, Richtung Norden, nach Watamu. Dort wurde man sofort wieder von einigen "Touristenführern" umschwärmt, die einen hier und da und dort hinbringen wollten. Letztendlich haben wir es auch geschafft dort anzukommen wo wir hinwollten und zwar einem kleinen Hotel und erstmal Gepäck absetzten...
Dann sind wir zum Strand gelaufen. In Watamu gibt es ein paar Buchten mit Sandstrand, der Rest der Küste ist mit Riffen und Steilen Felsen übersäht. Da gerade Ebbe war ist aus Schwimmen vom Strand aus nichts geworden.Wir haben jedoch eine Stelle gefunden wo man ins tiefere Wasser reinkonnte. Es war recht Windig und so hatten wir schon etwas mit den Wellen und der Strömung zu kämpfen :)
Am Nächsten Tag sind wir zu den Ruinen von Gede, einer verlassen Stadt im Wald, nur ein paar Kilometer von der Küste weg. Diese Stadt wurde offenbar im 15/16 Jh erbaut aber schon um 1700 herum wieder aufgegeben. Einfach toll diese ganzen Ruinen von alten Häusern, Moscheen und einem kleinen Palast und das mitten im Wald! Die Gedankenbrücke zum Dschungelbuch konnte man dort auf jedenfall schlagen.
Den nächsten Tag sind wir früh nochmal an den Strand und ich bin wieder mit Kamera bewaffnet auf Jagt gegangen nach allem was man an einem Riff eben entdecken kann, z.B. jede Menge Krabben!
Ein Fischer hatte einen Tintenfisch gefangen und ging nun mit diesm am Haken auf Jagd nach Langusten die sich mit nem Tintenfisch offenbar recht gut aufschrecken lassen.
Danach sind wir nach Malindi gefahren, nur ein paar Kilometer nördlich von Watamu. Mailindi war neben Mombasa und der Insel Lamu eine der wichtigsten Handelsstädte an der Küste Kenias. Dort haben wir uns wieder erstmal ne Unterkunft gesucht und sind dann durch die Stadt geschlendert. Bei mir machten sich den ganzen Tag über Ohrenschmerzen bemerkbar, und der örtliche Ohrenarzt diagnostizierte mir eine Entzündung im Gehörgang: "Nichts ungewöhnliches für Touristen hier mit dem Küstenklima und dem Wasser." Also für ein paar Tage Badeverbot, das "tollste" was man sich im Urlaub an der Küste vorstellen kann.........
Abends haben wir in Watamu sämtlich Straßenstände abgeklappert, die Mshakiki, also Schaschlik auf kenianische Art, hatten und haben uns vollgefuttert. Wir hatten die Mshakiki schon in Watamu entdeckt und ich bin absolut auf den Geschmack gekommen :)

Am Nächsten Tag sind wir von Malindi nach Marafa gefahren und haben uns "Hells Kitchen" angeguckt. Das ist eine Sandsteinformation, die im Laufe der zeit von Regen und Wind in den Boden gefressen wurde. Man kommt sich vor wie in einer anderen Welt, nur Rot, Gelb, Braun und Weiß. Und die Hitze die im laufe des Tages größer wurde, machte auch den Namen Hell´s "Kitchen" verständlich wäre es nicht etwas bewölkt gewesen wären wir gut durchgebraten wieder nach Malindi gefahren :)
Abends haben wir dann den Nachtbus nach Lamu genommen. Diese Fahrt war aber bei weitem nicht so komforttabel wie die von Nairobi nach Mombasa, denn die Straße war extrem schlecht und wir wurden richtig an unseren ersten Urlaub erinnert, an die Strecke hoch in den westlichen Norden Kenias zum Lake Turkana (Mist, darüber wollte ich ja eigentlich auch berichten...). Mit dem geplanten Schlaf im Bus wurde also nicht viel...
Im Morgengrauen sind wir an der Fähre zur Insel Lamu angekommen und gleich mit der ersten mitgefahren. In Lamu wurden wir von einem kleine und dürren Mann mit (im verhältnis zu seiner Körpergröße) übergroß erscheinender Taschenlampe begrüßt, der sich als Führer vom Touristenoffice vorstellte und uns auch sofort zu einer guten Unterkunft verhalf (auch wenn diese wie überall an der Küste recht teuer war....) Dort haben wir erstmal unseren Schlaf nachgeholt und erst Nachmittags die Insel erkundet. Lamu ist eine absolut idyllische Insel mit vielen kleinen Gassen, alten Häusern im Stil der Swahili-Kultur (also typisch für die Ostafrikanische Küste) und vielen Holzschiffen, die hier zum größten Teil mit traditionellen Werkzeugen hergestellt werden.
Autos gibt es eigentlich keine, nur ein paar Traktoren und Krankenwagen für Esel haben wir gesehen. Alles andere wird hier per Esel oder in Karren oder natürlich per Dhau (die traditionellen Schiffe) transportiert. Und auch zum Festland gibt es nur die Verbindung per Dhau. Strom gibt es hier durch ein eigenes kleines Kraftwerk am Rand der "Stadt" welches mit Diesel betrieben wird.
Am zweiten Tag auf Lamu haben wir einmal die gesamte Insel umrundet. Erst auf nem Esel zum nächsten Dorf: Shela. Dort dann ca 12 km am Stand zum dritten von vier Dörfern auf der Insel gelaufen: Kipungani. Am Stand gab es wieder tausende Krabben, aber wieder andere als in Watamu oder in Mombasa zu sehen waren.In Kipungani haben wir dann nach einer Möglichkeit gesucht um weiter oder zurückzukommen. Letztendlich sind wir in einem ganz kleinen Fischerboot weiter um die Insel gesegelt zurück zur Fähre am Festland und dann schon im Dunkeln per Fähre zurück nach Lamu.
Mit den Fischern haben wir uns gut unterhalten z.B. über die Technik für den Bau der Boote. (Da hätte ich natürlich wieder endloch fragen und fotografieren können :) )

Samstag, unserem vorletzten Tag haben wir mit einer Dhautour verbracht. Dabei gab es einige Schwierigkeiten denn wir hatten das ganze am Tag zuvor organisiert, sind aber an einen Betrüger geraten, der mit dem Teil des vorausbezahlten Geldes verschwunden war. Ein Kumpane war an dem Morgen dann am hafen und versuchte uns durch sich ständig ändernde Geschichten davon zu überzeugen dass unser Kapitän krank oder ein Verwandter krank sei und sie und jenes und so weiter... Nachdem wir eine Weile auf ihn eingeredet hatten hat er uns dann ein anderes Boot besorgt, und letztendlich konnten wir doch noch starten... Wir waren erst angeln, hatten auch einige Fische am haken, jedoch keine die man hätte essen können. Also haben wir uns von einem vorbeifahrenden Fischerboot noch ein paar Fische gekauft die wir dann auf der Nachbarinsel gegrillt und verspeist haben.
Dann tauchten auf einmal drei Boote auf, von dem Verband von Kapitänen, die normalerweise alles touristische regelt. Wie sich herausstellte muss man eine Dhautour dort buchen oder dort anmelden, was in unserem Fall keiner gemacht hatte, da dann wieder Probleme mit den Preisen und auch einige Probleme für den Kumanen unseres verschwunden ersten Organisators entstanden wären...
Als Jonas und ich die Tour gebucht hatten wussten wir nicht einmal dass dieser Verband existiert. Der Sinn hinter dem Verband ist, dass jeder Tourist der eine Dhau besteigt registriert ist und das Boot im Falle eines Seeunglücks mit Rettungswesten ausgestattet ist. Außerdem ist Somalia poer Schnellboot nur zwei Stunden entfernt, weswegen jede Fahrt registriert sein sollte...
Nach einigem hin und her sind wir dann zurück nach Lamu gefahren (wäre sowieso an der Zeit gewesen) und am Ende ist auch alles gut ausgegangen. Unser kapitän, mit dem wir gefahren sind war auch in dem Verband registriert, er hatte eben nur die Fahrt nicht angemeldet, und nachdem wir die ganze Geschichte erzählt hatten wurde auch die Suche nach dem ersten Kapitän, der mit unserer Vorkasse verschwunden war eingeleitet. Auch wenn dieser registriet war, war er offenbar für krumme Geschäfte und Betrügereien bekannt... Aber wie gesagt: am Ende ist ja alles gut gegangen und wir hatten trotzdem einen schönen Tag.

Sonntag, unserem letzten Urlaubstag waren wir früh nochmal schwimmen, sind dann nochmal durch die stadt geschlendert und sind dann per Fähre wieder aufs Festland. Dort mussten wir noch irgendwie zu dem Dorf kommen, wo unser Bus nach Nairobi abfuhr und welches knapp zwei Stunden von der Küste entfernt lag...
Und da fing das Problem an, denn das Matatu was dorthin fuhr wurde nichtmal halbvoll und auch nach einigen
Telefongesprächen mit der Busgesellschaft sind wir viel zu spät abgefahren und haben unseren Bus natürlich über eine Stunde verpasst... Zum Glück haben wir ein Privatauto gefunden, was auch nach Malindi fuhr, wo der Bus nochmal halten sollte. die letzte Zeit habe ich wieder ständig mit der Busgesellschaft telefoniert und letztendlich konnten wir mit einer halben Stunde Verspätung in Malindi noch in den bus einsteigen... Das war der Tag wo ich mich richtig nach deutschen Busunternehmen mit genauen Fahrzeiten gesehnt habe...

Früh morgens in Nairobi war es erstmal schweinekalt. Ich wäre am liebsten gleich wieder in einen Bus nach Mombasa gestiegen...

Zurück in Embu habe ich mal wieder ein Fahrrad zusammengebaut: John hatte von irgend einem Bekannten ein altes Rennrad bekommen. Also alles zerlegen, einige neue Teile besorgen (was sich ganz schön hingezogen hat), die Laufräder neu einspeichen und zentrieren und letztendlich wieder alles zusammensetzten... Ich liebe es immer wieder :)
Jetzt im August sind wieder Ferien, am Anfang waren also mal wieder fast alle Kinder zusammen da.
Inzwischen sind die meisten zu Verwandten oder sonstwohin in den Urlaub gefahren und hier sind nur noch eine Hand voll übrig geblieben. Mit den Jungs Fußball spielen war wie schon in den letzten Ferien absolutes Muss :) zur Zeit gehen und nur die Bälle aus, da einer nach dem anderen irgendwo aufreist...

Jetzt in den letzten Wochen waren wir einige Male bei Bekannten eingeladen. Und auch wenn man für vieles eigentlich das ganze Jahr Zeitgehabt hätte, schiebt es sich nun auf die letzten Tage zusammen...
Inzwischen habe ich schon angefangen zu packen. Heute hab ich mal das Gewicht gecheckt und: nur 20 kg!!!
Das heist, ich kann noch zehn Kilo an allem möglichen Kram einpacken :)

Dienstag, 7. Juni 2011

Endlich mal ein Urlaubsbericht...

Der nächste Monat ist schon wieder weg wie nichts, und mir verbleiben nur noch knapp drei Monate hier in Kenia.
Ich war wie geplant mit Jonas an den 14 Falls in Thika. Auf Bildern im Reiseführer sehen die immer aus als wären sie größentechnisch mit den Niagarafaellen in Amerika zu vergleichen. In der Realität sind sie jedoch nur etwa 10m hoch und zwischen 50 und 100m breit :) Es war trotzdem einfach toll. Bei den Besucherpreisen mussten wir mal wieder bis aufs Blut Handeln. An einem Schild stand für Tuoristen 4 US Dollar (maximal 350 KSH) und für Kenianer 60 KSH. Der Verkäufer wollte uns erst 700 KSH pro Person abknöpfen, aber am Ende konnten wir ihn auf 300 KSH für beide zusammen runterdrücken :) Wir sind mit einem Guide durch den oberen Fluss gewatet und die Strömung hat uns teilweise ganz schön zu schaffen gemacht. Außedem muss man sich wirklich Schritt für Schritt vorantasten, da man durch das braune Wasser absolut nichts sieht und viele der Steine im Fluss veralgt und dementsprechend rutschig sind.
Unten an den Wasserfällen ist Jonas auf eine schlechte Stelle getreten und stand dann auf einmal bis zu den Knien im schwarzen Schlamm aus Dreck und verrottenden Algen, sehr zum Gelächter der Guides und mir :)

Im St. Stephens gab es in letzter Zeit mal wieder einige Bauprojekte. Erst haben wir einen riesigen Unterstand für Feuerholz gebaut. Bei ca 4m Höhe frage ich mich jedoch, wo das ganze Holz herkommen soll.
Weiterhin wird neben der Küche jetzt eine weitere Küche gebaut. Beim Dachstuhl hab ich mich mal wieder unter die Handwerker gemischt, da hatte ich mal wieder einen Job dmit richtig Spaß :) Inzwischen wird gerade alles verputzt.
Ich finde das gesamte Projekt jedoch etwas fragwürdig, da die alte Küche eigentlich vollkommen ausreicht, und das Geld wahrscheinlich anders viel besser angelegt werden könnte. Dazu hab ich mir sagen lassen, dass es wahrscheinlich ein gesponsertes Projekt ist, was vor langer Zeit begonnen wurde und jetzt mal schnell fertig gebaut wird um eventuelle Besucher nicht zu enttäuschen...

An dem großen Wasserturm hat sich bisher noch absolut nichts getan. Statt dessen wurden einfach ein paar Plasterohre zur Überbrückung des tanks eingebaut. Wenigstens haben wir jetzt wieder Wasser in der Leitung was vieles sehr vereinfacht!

Dann war am 28.05. Johns Hochzeit. Die ganze Woche zuvor waren die meisten hier mit irgendwelchen Vorbereitungen beschäftigt. Ein etwas stressiges Thema waren die Hochzeitskuchen. Stella hatte schon länger mit John abgesprochen, dass sie die Kuchen macht, jedoch fingen die Staffmembers dann zwei Tage zuvor an viele Kuchen zu backen, was natürlich absolut zu Missverständnissen führen musste, besonders, da Stella und Esther etwas auf Kriegsfuß stehen und deshalb sogut wie keine Komunikation existiert... Es ist dann immer schwierig herauszufinden, wer jetzt was und wie zu wem gesagt hat um die totale Krise zu verhindern... Letztendlich haben Stella, Lorna und ich dann doch noch Kuchen gebacken, was bei mindestens 300 Gästen auch nicht schlecht war :)

Die Hochzeit selber war toll. Eigentlich sollte das ganze 10.30 Uhr anfangen. Letztendlich haben wir aber bis mindestens 12.00 Uhr auf den Autotross gewartet der die Braut vom anderen Ende der Stadt, aus Kangaru abholen sollte. Der Traugottesdienst ging für kenianische Verhältnisse nicht sehr lange. Wir waren spätestens 15.00 fertig.
Es war einfach toll und ich hab mich richtig für John gefreut, auch was alles für Ihn und seine Frau auf die Beine gestellt wurde!!!
Ich hab natürlich mal wieder fleißg fotografiert und wurde an einer Stelle sogar direkt als Kameramann bezeichnet :)
Nach dem Gottesdienst ging es dann noch zu einem haus mit riesigem Garten, wo nochmal viele Fotos gemacht wurden.
Danach ging das Feiern los.
Leider musste ich mit den anderen Mzungus schon eher los, da wir Abends noch nach Naro-Moru, dem Startpunkt für unsere Mt.Kenya Expedition gefahren sind die am nächsten tag starten sollte.

Am Sonntag den 29.05. sind wir vormittag nochmal einkaufen gegangen und nach dem Mittagessen dann zum Parkeingang des Mt. Kenya National Parks gefahren, haben unserer großes Gepäck an die Träger weitergegeben und sind dann mit nem kleinen Rucksack für Snacks und Wasser und den Regensachen losgelaufen. Unsere Gruppe Bestand aus uns vier Embu Deutschen aus Embu, Lorna unserer dritten St. Stephen´s Freiwilligen, Benjamin aus Kisii, den ich schon vom Vorbereitungsseminar kenne, Isaiah, einem fünfzehnjährigen Amerikaner der schon seit knapp sieben Jahren in Kisumu am Viktoriasee lebt, Gilbert, unserem Bekannten aus Embu (wir kennen ihn schon seit einigen Monaten, er arbeitet im Rescue-Center für Straßenjungen in der Innenstadt von Embu), der die ganze Expedition für uns organisiert hat und Silas, unserem Guide. Dazu kamen noch acht Träger und Kamiru unser Koch.
Am ersten Tag sind wir etwa vier Stunden gelaufen, bis zum ersten camp, der "Met. Station" in 3048m Höhe gelaufen.
Die Nacht dort war eisig kalt, auch wenn uns Gilbert  und auch Silas, unser Guide versichert hat, dass es richtig warm wäre... Kamiru unser zahnloser Koch hat uns echt tolle Malzeiten hergezaubert, es ist echt erstaunlich, was allein an Essen von den Trägern mitgeschleppt wird. Kamiru selbst ist 58 Jahre als und besteigt den Berg seit etwa 1970.
Morgens wurden wir von der Kälte (Abends hatten wir ein schön warmes Kaminfeuer...) und von einigen Affen geweckt, die lauft scheppernd über das Wellblechdach unserer Hütte hüpften.

Dann ging der Zweite Tag los, 8 Stunden immer bergauf laufen, erst durch tropischen Regenwald, dann durch ein Moorland, was recht rutschig war. Es hatte zum Glück nicht geregnet,sonst wäre der Weg dort noch schlechter und unübersichtlicher gewesen.Nach dem Moorland sind wir ein langes Tal hochgelaufen, bis zum zweiten Camp, dem "Mackinders Camp" in 4300m Höhe. Die Ganze Zeit in dem Tal über sind wir an etwas merkwürdigen Pflanzen vorbeigekommen, die ganze Vegetation scheint größer. Es gibt zwar keine richtigen Bäume mehr, dafür wachsen sämtliche Pflanzen und Kräuter auf einmal Meterhoch!

Der Dritte Tag war zum Glück zur Akklimatisierung eingeplant. Und das war für mich auch bitter nötig. Früh bin ich mit Kopfschmerzen, Schwindel-und Kotzgefühl aufgewacht. Das ganze verbesserte sich jedoch nach einer Tasse Zitronentee welche mir Silas unser Guide empfohlen hatte.
Vormittag sind wir dann zur Gewöhnung noch etwas weitergelaufen, zu einem kleinen Bergsee, der wie alles Wasser da oben eisig kalt war, aber trotz der zumindest Nachts vorherrschenden Minusgrade nicht gefrohren war. Dieses kleine Stück laufen hat mich so sehr angestrengt wie kein anderer Tag bisher. Nachmittag hieß es dann einfach schlafen, zusammensitzen und unterhalten und nach dem sehr frühen Abendessen wieder schlafen gehen.
Dafür sind wir am nächsten "Morgen" um 1.30 Uhr aufgestanden und dann mit Taschenlampen los zum Gipfel gelaufen.
Diese Strecke war schon ziemlich anstrengend, da wir langsam gelaufen sind ging es jedoch sehr gut für mich.
Zwei aus unserer Gruppe hatten kruzvorm Gipfel dann schon einige Probleme und hätten fast aufgegeben.
Wir sind dann aber fast alle noch kurz vor Sonnenaufgang am Gipfel angekommen und konnten die Aufgehende Sonne von Oben genießen. Es ist einfach ein überwältigendes Gefühl da oben auf einem Berggipfel zu stehen, rundherum nur nach unten zu gucken und sich einfach zu freuen dass man angekommen ist!!! auch die Bergketten die sich nach allen Seiten verliefen sehen einfach wunderbar aus. Die Sicht war leider nicht ganz so gut wie erwartet, sonst hätte man im Süden den Kilimanjaro in Tansania sehen können.
Oben auf dem Gipfel haben wir noch Lornas Geburtstag gefeiert, sogar mit einem kleinen Kuchen den Stella und ich zusammen mit den Hochzeitskuchen gebacken hatten.

Dann begann der Abstieg, für mich viel zu früh, ich hätte noch ewig da oben stehen bleiben und einfach genießen können. Da es am anfang recht steil war wurde der Abstieg auch nochmal recht anstrengend. Als wir gegen 9.30 Uhr alle wieder im Mackinders Camp waren bekamen wir erstmal Frühstück, wie immer einfach Klasse!
Danach ging es weiter bis runter zu unserem ersten Camp, wo uns ein Jeep abgeholt hat. Den Weg zwischen den beiden Camps bin ich mit Benjamin und Isaiah mit Patrik, einem unserer Träger mitgelaufen. Diese Träger sind einfach extrem! Sie schleppen einen riesigen, schweren Ruchsack, teilweise mit sehr schlechter Gewichtsverteilung auf dem Rücken und laufen dann ein Tempo, was schon eher rennen als laufen ist. Zum Glück hat Patrik mit uns drei pausen auf dem Weg eingelegt, im Gegensatz zu den anderen Trägern, die die Strecke von ca 16km in etwa zwei Stunden runtergerannt sind. Wir sind mit Patrik 1,5 Stunden Später angekommen, und die anderen nochmal mindestens eine Stunde später. Das ich mit Patrik mitgerannt bin hat mir in den nächsten drei Tagen ganz schönen Muskelkater eingebracht, es sieht dann einfach total komisch aus, wenn man versucht Treppen runterzugehen :)

Als wir wieder im St. Stephens angekommen sind, gab es gleich mal wieder einen Schock: Karanja, einer der zehnjährigen Jungs, die wirklich von der Straße kommen, war offenbar am Tag zuvor weggelaufen und wurde an diesem Tag total zugedröhnt (er hatte eine Flache Klebstoff dabei, was fast alle Straßenjungs schnüffeln..., hatte aber wahrscheinlich noch Alkohol oder sonstwas intus) am Tor von st. Stephens aufgefunden. Wir haben ihn dann erstmal etwas zu essen besorgt, ihn gewaschen und dann gezwungen etwas zu schlafen. Von den Angestellten kam da mal wieder keine wirkliche Reaktion, was uns drei Mzungus ganz schön aufgeregt hat.
Bei Karanja ist es das zweite Mal das er einfach wegläuft, er kam aber bisher immer von selbst wieder.
Am Abend hatte er sich schon wieder mit den Kindern zusammengetan und es ging ihm schon viel besser. Es war einfach toll zu sehen, dass es ihm wieder ganz gut geht, nachdem wir ihn  so zugedröhnt gesehen hatten.

Das wars erstmal bis hierher.
aber es gibt jetzt hier auf dem Blog eine weitere Spalte (oben neben "Startseite" und "Über mich" -> "Urlaub") wo mein erster Bericht über meine langen urlaub im April zu finden ist.

Bilder werden bald nachgereicht.

Liebe Grüße
Philipp