Montag, 20. September 2010

Bilder

Hier noch einige Bilder. Ich hoffe, dass ich bald nochmehr habe.

Das ist das Haus in dem wir mit unserer Gastfamilie wohnen. Und alles ist natuerlich eingezaeunt und mit einem Schweren Eisentor versehen.
Bei David in Nairobi waren sogar noch Glasscherben auf den Mauerkronen angebracht.







 Das ist John, mein "Kollege" (oder wohl eher Lehrer...)
Mit ihm und James (von ihm hab ich noch kein Bild) arbeite ichin der werkstatt.
















Das hier ist die Werkstatt. Also die Holzwerkstatt.
Es gibt noch eine Weitere in der geschweisst wird (was ich inzwischenauch schon gemacht habe :)  )



















Diese drei Bilder sind von der "Prozession" von Tot-Love, dem Projekt von den anderen zwei Maedels.


























Die erste Woche auf Arbeit

Es ist schon wieder einiges passiert in den letzten Tagen.
Samstag war ein Umzug quer durch die Stadt von „Toto-Love“ (was soviel heißt wie „Kinder-Liebe“), dem Projekt von Katja und Melanie. Stella und ich sind mitgelaufen, weil wir am Samstag frei hatten. Jeder hat ein extra bedrucktes T-Shirt bekommen, und wir vier wurden schon auf dem Weg zum Treffpunkt ein paar mal darauf hin angesprochen. Da der Umzug während der Mittagszeit stattfand, wurde es mit der Zeit doch recht warm, und man merkt, wie anstrengend es sein kann, nicht einmal 5 km zu laufen....
Toto-Love ist soweit ich weiß, ein Kinderheim für AIDS-Waisen. Mit diesem Umzug, welcher sogar von einer kleinen Kapelle angeführt wurde, sollte auf dieses Heim aufmerksam gemacht werden um mehr Spendengelder zusammen zukriegen. Ziel des Umzuges war die St.Pauls Kathedrale, wohl eine der Größten Kirchen in Ostafrika. Dort fand dann in einem noch eine Art Wohltätigkeitsveranstaltung statt, wo gespendet werden konnte, wo alles mögliche zu gunsten von Toto-Love versteigert wurde, und besondere Spender geehrt wurden. Ich glaube, insgesamt sind an dem Tag über 1000 € (also 100000 Kenia-Shilling) zusammengekommen. Ich hoffe, das da richtig was draus wird, weil das Projekt aus allen Nähten platzt mit seinem recht kleinen Grundstück...

Sonntag waren wir mit Naomi in einem Afrikanischen Gottesdienst. Es war ein besonderer, da eine Kirche renoviert und neu geweiht wurde, deshalb sind einige Gemeinden in dieser Kirche zusammengekommen. Es wird viel gesungen, und das recht peppig. Es haben einige verschiedene Chöre und kleine Ensembles gesungen, so auch Naomi mit ihrem Frauenchor.  Am Anfang fand ich das von einem Keyboard erzeugte Schlagzeug-“Geräusch“, welches fast jedes Stück begleitete, ganz ok, aber mit der Zeit fand ich es dann doch recht nervig.... Am Anfang wurde noch dieser und jener vorgestellt und begrüßt. Einer der Priester die da waren, rief dann auf einmal und vier Freiwillige auf, was wir jedoch etwas spät bemerkten, da wir bisher noch nicht wirklich Kiswahili verstehen. Also wurden auch wir vorgestellt und begrüßt...
Der ganze Gottesdienst dauerte etwa vier Stunden, wodurch es mit der Zeit recht anstrengend wurde, abgesehen davon, dass wir die ganze Zeit fast nichts verstanden haben, es sei denn, es wurde mal kurz ein Fetzen Englisch gesprochen...
Nach dem Gottesdienst gab es noch Essen. Dabei wurden wir offenbar zu „wichtigen Gästen“ erklärt und bekamen nicht nur einfach gewürzten Reis, sondern schon ein recht vielfältiges Essen. Als wir dann wieder per Matatu heimgefahren sind, war es schon gegen halb vier.
Am Abend hab ich noch das erste Mal richtig per Hand gewaschen. Besonders bei recht schweren Jeanshosen merkt man schon, was ne Waschmaschine für ein Luxus ist...

Am Montag war dann wieder ein ganz normaler Arbeitstag. Ich arbeite jetzt meistens von 8.00 bis 16.00.
Da hab ich das erste Mal an einer Drehbank gestanden und versucht aus einem Stück Holz ein paar Bälle zum jonglieren und einen Kreisel zu drehen. Der erste Kreisel ist recht gut geworden. John hat ihn inzwischen angemalt und für seinen Sohn mitgenommen :)
Abends haben wir Naomis älteste Schwester kennen gelernt, welche vom Alter eigentlich ihre Mutter sein könnte... Das Problem bei ihr ist, dass sie fast kein Englisch versteht. Deswegen fällt die Kommunikation mit unserem sehr sehr bröckeligen und vereinzelten Kiswahilikenntnissen recht schwer.
Dienstag waren weder John noch James auf Arbeit da, deshalb hatte ich eigentlich fast nichts zu tun. Dafür hab ich Justin,  einem der älteren Jungen (ich glaube er ist 15) beigebracht, auf stelzen zu laufen. Im Laufe des Tages haben wir dann noch ein weiteres Paar Stelzen gebaut und als ich mal eines der kleinen Kinder aus der Vorschulklasse auf die stelzen gestellt habe und von hinten gehalten habe beim laufen, waren die alle ganz verrückt danach. So bin ich bestimmt eine Stunde mit einer Meute Kinder herum über das Gelände des Kinderheims gewankt, ständig mit einem anderen Kind auf den Stelzen... Mit wenig Kiswahili war es leider erstmal schwierig zu verhindern, dass sich die stärksten ständig vordrängeln und die anderen wegschubsen aber nach einiger Zeit hab ich das ganz gut in den Griff bekommen....
an dem Tag habe ich auch wieder Bekanntschaft mit der zeitweisen Unzuverlässigkeit des Kenianischen Stromnetzes gemacht. Als ich mich nochmal an der Drehbank versuchen wollte, war dann ständig Stromausfall, so dass das Weiterarbeiten etwas schwierig wurde...
Nachmittags mussten die drei Mädels auf Naomis Anweisung alle ins Nagelstudio und sie die Zehnägel lackieren lassen...sie haben es mehr oder weniger begeistert gemacht :)

Mittwoch früh hab ich das erste Mal erlebt, das Kenianer in Eile sind. Sonst gilt ja fast überall der Spruch „There is no hurry in Afrika“. Ich bin mit James und ein paar anderen auf die Baustelle des kleinen Krankenhauses gefahren um endlich die Türen und einige Fenster einzubauen. Als früh der Laster im St. Stephen´s Home ankam, fingen auf einmal alle sehr schnell an die Türen und Fensterrahmen und Bretter aufzuladen, Werkzeug und allerlei Kram zusammenzusuchen, und da noch etwas fehlte wurden noch schnell ein paar Bretter zurecht gesägt und gehobelt, und dass alles in einer recht hohen Geschwindigkeit :)
Da nicht alle in den Laster passten, saß James mit auf der Ladefläche, sprang jedoch nach kurzer Zeit herunter und rannte einen anderen Weg lang als den den wir fuhren. Kurz darauf kamen wir in eine Polizeikontrolle, welche sich auf eine Äußere Sichtkontrolle des Lasters belief. Eigentlich ist das sitzen auf Ladefläche verboten, und so stieg James erst einige hundert Meter nach der Polizeikontrolle wieder auf. Nachdem noch eine Frau, die auch auf die Baustelle wollte, einstieg, bin ich auf auf die Ladefläche umgestiegen. Recht unbequem aber lustig, zwischen all den Brettern und dem Werkzeug zu sitzen :)
Auf der Baustelle angekommen kehrte wieder die typisch kenianische Gemütlichkeit ein. Also gab es beim arbeiten auch immer wieder Pausen, einfach um sich zu unterhalten. Da wir kein Mittagessen mit hatten sind wir ca. 2 km irgendwo hin gelaufen um Ein kleines Mittagessen und etwas Wasser zu bekommen.  Wieder auf der Baustelle stellte sich nach einiger Zeit heraus, dass noch ein paar Balken und noch irgendwas anderes fehlen. Also wieder „Pause“ machen.
Zurück zum St. Stephens Home sind wir dann gelaufen, also wieder etwa 5 km. Unterwegs hab ich das erste Mal Zuckerrohr gegessen. Oder besser gesagt, ausgeketscht und die Fasern wieder ausgespuckt. James meinte, dass man das in Kenia meistens beim Laufen isst. Ich fand nicht übel :)
In der Stadt habe ich noch einen Fahrradschlauch besorgt um das zweite Fahrrad, welches im Kinderheim herumsteht zu reparieren, damit wir morgen zur Baustelle fahren können und nicht wieder laufen müssen. Ich habe Festgestellt, dass ein Fahrradschlauch in Deutschland vollkommen überteuert ist, denn hier hab ich nur ca. 1,50€ dafür bezahlt.
Mals sehen ob das alles funktioniert...
Heute (Donnerstag) haben wir es Vormittag geschafft, dass Fahrrad zu reparieren, auch wenn wir ein Paar Teile wie den Kettenschutz und den verbogenen Ständer abbauen mussten, damit nicht ständig irgend etwas am Hinterrad schleift. Die Fahrt zur Baustelle war ganz lustig, teilweise hab ich James auf dem Gepäckträger gehabt teilweise John. Hier in Embu ist es ziemlich hügelig, was das ganze etwas erschwert... Und wirklich schnell fahren kann man aufgrund der teilweise recht schlechten Straßen auch nicht.
Letztendlich sind wir aber gut auf der Baustelle angekommen und haben genau wie am Vortag weitergemacht. Zum Mittagessen haben wir uns ein paar „Wurzeln“ ausgegraben welche sich Cassava nennen, und wir haben noch eine Suppe aus Mais, Bohnen und Tomaten bekommen.
Hat eigentlich ganz gut geschmeckt, und man hat wieder was im Magen.
Dank den Fahrrädern ging der Rückweg auch etwas schneller als am Mittwoch, jedoch war es bedeutend wärmer als am Vormittag. Somit habe ich heute meiner erste „Fahrradtour“ in Kenia gemacht. Richtig schön, mal wieder richtig Fahrrad gefahren zu sein :)
Morgen werden wir auch noch einmal dorthin fahren. Hoffentlich werden wir dann fertig.
Heute Abend hab ich mal wieder Wäsche gewaschen...man braucht ganz schön lange, um eine Hose richtig zu waschen.....
Später am Abend musste ich jedoch feststellen, dass ich wahrscheinlich ein Stück von der Cassava-Wurzel gegessen habe, was man einfach nicht essen wollte. Jedenfalls ist mir davon schlecht geworden, und ich lag auch den nächsten Tag flach...
Aber ab Samstag ging es mir wieder besser, auch wenn ich mich noch wie ein Schluck Wasser gefühlt habe....
Samstag hatte ich auf Arbeit mal wieder etwas Zeit, da Samstag Waschtag war und sonst nicht so viel los war. Da konnte mal wieder ein bisschen Klavier üben :)
Sonntag Vormittag wollte ich eigentlich in die Gemeinde bei mir um die Ecke gehen, aber irgentwie war da absolut niemand. Also bin ich wieder auf Arbeit und Hab dort den Gottesdienst besucht.
Hier in Kenia ist offenbar so ziemlich jeder gläubig. Nach dem Gottesdienst war für die Kinder noch Sonntagsschule, es war ganz witzig, auch wenn ich nicht viel von dem ganzen Kiswahili verstanden habe. Einige von den Kindern spielen offenbar immer eine Bibelstelle nach, und die anderen müssen raten welche es ist, oder worum genau es ging.
Sonntag Nachmittag sind die ganzen Jungs zum Fußballspielen gegangen. Da waren dann auch die meisten größeren dabei, die wir bisher leider nicht wirklich kannten.
Ich hab auch mitgespielt, musste aber feststellen, dass meine Kondition extrem schlecht ist, jedenfalls wenn es ums rennen geht... Aber es war einfach toll sich mal wieder richtig zu bewegen.

Heute, also Montag hatte ich frei. Also erstmal ausschlafen. Und dann ein bisschen in meinem Buch
weiterlesen („Sie belieben wohl zu scherzen Mr. Feynman!“).
Danach hab ich mit Naomis großem Sohn Adrian Filme geguckt und wieder Wäsche gewaschen.
Adrian ist glaube ich 17. Eigentlich müsste er im Internat sein, aber aufgrund irgentwelcher Probleme ist er erstmal zu Hause...

Jetzt im Internetcafe war erstmal Stromausfall... also hinsetzen und warten bis der Strom wiederkommt. Ein Glueck, dass ich meine Texte immer vorher schreibe und gespeichert habe... sonst haette ich jetzt alt ausgesehen und alles neu schreiben duerfen :)

Liebe Grüße an alle aus Kenia!
Euer Philipp

Freitag, 10. September 2010

Hallo an euch alle, ihr „Daheimgebliebenen“.
Hier gibt es nun den ersten Blogeintrag aus Kenia. Bitte wundert euch nicht, wenn ich während des Textes manchmal meine Meinung, oder die Zeitform ändere. Das kommt dadurch, dass ich diesen Eintrag über mehrere Tage hinweg geschrieben habe. Wie ihr dann lesen werdet, hat sich schon während der ersten paar Tage manches etwas verändert...

Ich bin letztendlich gut in Emu angekommen.
Am Samstag um 22.20 bin ich von Frankfurt am Main gestartet. Schon in Frankfurt hab ich einige andere Freiwillige vom VIA e.V. getroffen, also haben wir auch gleich als Gruppe eingecheckt und die ganze Wartezeit überbrückt.
Nach ca. 6 Stunden Flug (glücklicherweise auf einem Fensterplatz)  im leicht bewölkten bis blauen Himmel bin ich dann in der Nähe von Dubai in einem herrlichen Sonnenaufgang . aufgewacht.

 In Dubai auf dem Flughafen, welcher mit seinen mindestens 60 Gates wirklich riesig ist, haben wir (wir waren  ganze 15 VIA-Freiwillige, die sich in einzelne Gruppen aufgeteilt hatten) erfolgreich mit herumlaufen, rumsitzen, etwas Schlafen und essen ganze 8 Stunden totgeschlagen...Dann hieß es wieder einsteigen und 15.05 startete der Flieger nach Nairobi.
In Nairobi in Kenia war es leider schon dunkel, weswegen man bei der Landung um 19.05 sehr wenig gesehen hat. Nach dem Aussteigen ging es zur Passkontrolle, welche sich jedoch auch wieder als endlose Warterei herausstellte. Bis jedoch alle durchgekommen sind Ich glaube wir haben gerade eine sehr ungünstige Stoßzeit auf dem Flughafen erwischt, sodass endlose Schlangen an den Passkontrollen standen. Ich hab es als erster von der VIA-Gruppe geschafft und somit Kenia betreten. Bis jedoch wirklich alle von uns durch waren, war es gegen 23.00.
Draußen im Wartebereich des Flughafens warteten schon David Monarch und Julius mit einem weiteren Helfer auf uns. Die armen hatten bereits seit 18.00 auf uns gewartet...
Nachdem wir und unser Gepäck nun in die vier Autos (eins davon war zum Glück ein Kleinbus) verladen waren, ging es zu David nach Hause. Dort gab es noch Abendessen, typisch kenianisch, also für uns alle erst mal ungewohnt, aber trotzdem lecker.
Danach hat uns David auf unsere Schlafplätze verteilt, manche in einer angemieteten Wohnung, manche bei anderen Freiwilligen, die schon in ihren eigenen Wohnungen waren, und wir vier (also Katja, Melanie, Stella und ich) haben bei David in zwei Zimmern geschlafen.
Am Montag sind wir alle zusammen in die Stadt, haben uns neue Sim-karten besorgt, Geld getauscht, (ein Kenia-Schilling entspricht etwa einem Cent), und uns noch in einem Internetcafé in der Online-Registrierung der Deutschen Botschaft eingetragen.Einige ´wurden am Nachmittag und Abend noch auf ihre richtigen Wohnungen und Projekte verteilt.

Für uns ging es am Dienstag um 6.00 los nach Embu.
Dort hat uns David zu unserer  Gastmama gebracht (ja, eigentlich hatten wir uns auf eine WG eingestellt, was teilweise eine Mischung aus Überraschung und leichter Enttäuschung verursacht hat)
und uns dann noch unserer Projekte gezeigt.
Unsere Gastmama Naomi ist sehr nett, und ich  glaube, dass es zumindest am Anfang sehr gut ist, jemanden zu haben, der sich in Embu und in der ganzen Kultur und dem Alltagsgeschehen auskennt. Andererseits leben wir jetzt wieder in Zweierzimmern, was hoffentlich keine Probleme bringen wird, jedoch sind diese sehr klein, also ein großer Schrank mit zwei Türen ohne weitere Unterteilung, zwei Betten und ein recht niedriger Tisch. Ich lebe erst mal mit Melanie zusammen in einem Zimmer.
Das Essen ist wie gesagt ungewohnt,aber ich denke, man kann sich da sehr schnell dran gewöhnen.
Es gibt wie erwartet eher wenig Fleisch aber dafür viel Reis und Bohnen und anderes Gemüse:)
Und Naomi zeigt den Mädels wie man kenianisch kocht. Ich hoffe, dass sich die kleine Probleme mit der Zeit irgendwie lösen.

Unsere Projekte sind sehr unterschiedlich. St.Stephen´s Children´s Home, also das von Stella, ist sehr groß, es gibt drei Klassenzimmer, einen großen Essenssaal, Schlafräume, einen Spielplatz, ein eigenes Haus für die Verwaltung, eigene Werkstätten für Holz und Metall, sogar ein eigenes Haus mit einigen Zimmern nur für Gästge ist vorhanden. ein Tierstall mit Kühen, Ziegen, Schweinen und Hühnern. Hühner werden hier offenbar recht häufig gehalten, da üebrall auch auf der Straße welche herumlaufen und auch in fast jedem Garten ein kleiner Hühnerstall steht. Auch David in Nairobi hatte einige Hühner. Es gibt dort ca. 10 Mitarbeiter und eben etwa 50 Kinder. Bei diesen 50 Kindern sind jedoch auch mitgezählt, die zu Hause wohnen und nur zur Schule oder Vorschule hinkommen.
Das Projekt von Melanie und Katja ist dagegen wirklich sehr klein. Es gibt nur ein einziges Haus mit 6 Räumen und einem kleinen Grundstück herum. Auf diesem Grundstück ist nur noch ein Kleiner Garten angelegt und ein Hühnerstall und zwei kleine Schaukeln stehen noch dort.
Nachdem wir unsere Projekte angeschaut haben, sind wir noch in die Stadt und haben dort auf Naomi an ihrer Arbeitsstelle (einem Callshop des wohl bekanntesten Mobilfunkanbieters Kenias „Safaricom“) gewartet und dabei gleich mal richtig Begegnung mit dem Afrikanischen Zeitverständnis gemacht. Als wir dort gegen 11.00 ankamen, sagte und eine Kollegin, das Naomi bald kommt: „She is coming.“ wir haben uns hingesetzt und gewartet. Nach knapp zwei Stunden haben wir sie nochmal angerufen und sie meinte, sie wäre in 20 Minuten da. Aus diesen 20 Minuten wurden jedoch auch nochmal mindestens eine Stunde.
Zu Hause haben wir es nach einigem herumprobieren geschafft, kurz Internet zu haben, jedoch haben wir irgendwie einen recht teuren Anbieter erwischt, also werde ich noch Nach einem Internetcafé suchen  müssen um weiter Kontakt halten zu können. Deswegen hat es auch recht lange gedauert, bis nun der erste Blogeintrag aus Kenia ankommt.
Hier in Embu ist das Wetter bisher sehr schön, aber auch nicht zu sonnig und heiß.
Und was wirklich so ist wie auf allen bekannten Bildern: die Erde ist richtig rot!

Am Mittwoch waren wir das erste Mal in unseren Projekten. Stella und ich waren in einer Vorschulklasse. Die Kinder sind drei bis zehn Jahre alt, lernen aber schon richtig lesen. Zur Zeit sind sie noch bei den einzelnen Buchstaben bis hin zu 3er-Kombinationen... Ich fange an, mich an meine Grundschulzeit zu erinnern, als ich genauso die einzelnen Buchstaben und die Laute und den Zusammenklang der einzelnen Buchstaben gelernt habe. Auch lernen die Kinder schon rechnen mit Zahlen von 1 bis 10. Zählen können sie dagegen schon bis hundert (jedenfalls alle zusammen im Sprechchor). Teilweise haben wir der Lehrerin geholfen, die Aufgaben der Kinder zu korrigieren und den einzelne Kindern zu sagen, welche Aufgaben sie nochmal machen müssen.
Insgesamt war dieser Tag schon etwas Kopfarbeit, weil es einfach so viele Namen gibt, die man versucht sich zu merken. Von den Kindern fällt mir gerade noch Philip, Martin (ratet mal warum genau die zwei...), Dennis, Mark, Brian und Alice ein. Sich mit den Kindern zu verständigen war teilweise etwas schwierig, weil bisher nur wenige Englisch sprechen. Dafür sprechen sie alle Kiswahili, was ich und Stella jedoch nicht oder nur „ja“ und „nein“ verstehen.
Aber ich hoffe, dass sich meine Kiswahili-Kenntnisse bald verbessern.
Schade ist jedoch, dass Stella und ich noch nicht so richtig etwas zu tun haben. Zur Zeit arbeiten wir von 8.00 bis 16.00. Zu dieser Zeit sind jedoch nur die Vorschulkinder da, für welche man jedoch einfach keine drei Personen zu Aufsicht und für den Unterricht braucht.
Ich glaube, die älteren Kinder, welche schon irgendwo anders zur Schule gehen kommen erst gegen 16.00, also genau dann wenn wir gehen. Gina, eine Freiwillige aus den USA, welche auch im St. Stephen´s Home arbeitet und von Juli bis Dezember dort  ist auch den ganzen Tag dort, hat jedoch wahrscheinlich auch nur zu tun, wenn die Älteren kommen. Hoffentlich ändert sich unsere gegenwärtige Arbeitssituation noch..
Am Nachmittag sind Stella und ich ca 30 Minuten in die Innenstadt von Embu gelaufen und wir „mzungus“ (also wir „Weiße“)haben uns mit Katja und Melanie getroffen. Dort haben wir einfach ein wenig die Stadt angeschaut, haben mal den örtlichen Supermarkt besucht und uns Dann mit Naomi getroffen. Mit Ihr sind wir dann auch in einem Matatu, also einem Kleinbus für ca. 10 Personen, in dem etwa 20 Leute sitzen und der überall hält um Leute ein oder aussteigen zu lassen.

Am Donnerstag, also dem zweiten Tag im Projekt fand ich es schon viel besser. Erst war ich mit Stella nochmal in der Vorschulklasse. Dort haben wir aber bisher nicht viel zu tun.
Ab der Mittagspause bin ich dann mit in der „Holzwerkstatt“ gewesen und habe zusammen mit James zwei Holztüren gebaut. Er und John, welche auch in den Werkstätten arbeitet gehören glaube ich zu den ersten Kinder, die im St. Stephen´s Home aufgewachsen sind, ich würde sie jetzt auf etwa 30 Jahre schätzen. Die Türen wollen wir morgen in einem Krankenhaus irgendwo in Embu einbauen. Ich bin gespannt :)
Was zumindest mich und Stella leicht überrascht ist, dass bisher keiner von uns in irgend einer Weise krank geworden ist, nicht einmal der allseits bekannte „Reisedurchfall“ hat zugeschlagen....
Uns wurde ja schon im Vorbereitungsseminar gesagt, dass wir hier ziemlich auffallen und oft angesprochen werden und vor allem von den Kindern "mzungu" gerufen werden. Es ist bisher ganz lus´tig wenn du von mindestens jedem Zehnten (besonders außerhalb der Innenstadt) angesprochen wirst mit der Frage "how are you?" nur um dann ein "I´m fine" von dir zu geben, oder schon von weitem viele Kinder "mzungu" rufen hörst. Stella meinte heute schon, als ich etwas später aus dem Kinderheim nach Hause kam, sie hätte schon vor ner halben Minute gewusst, dass ich gleich komme, weil sie die ganzen Kindern draqußen "mzungu" rufen gehört hat.
Katja und Melanie haben heute noch ein Internetcafé gefunden. Also werdet ihr diesen Blogeintrag hoffentlich am Freitag online finden.


Bis jetzt gibt es leider keine Bilder direkt aus Kenia, weil ich nicht unbedingt von allem und jedem Bilder machen will ohne überhaupt ein paar Tage da gewesen zu sein... Damit sollte man hier auch etwas vorsichtiger sein...Aber ich denke, mit der Zeit werdet ihr auch einige Bilder direkt von hier zu  Gesicht bekommen.

Liebe Grüße von mir aus Kenia an alle die das lesen und an alle die sich grüßen lassen.
Lasst´s euch gut gehen.
Philipp