Hier gibt es nun den ersten Blogeintrag aus Kenia. Bitte wundert euch nicht, wenn ich während des Textes manchmal meine Meinung, oder die Zeitform ändere. Das kommt dadurch, dass ich diesen Eintrag über mehrere Tage hinweg geschrieben habe. Wie ihr dann lesen werdet, hat sich schon während der ersten paar Tage manches etwas verändert...
Ich bin letztendlich gut in Emu angekommen.
Am Samstag um 22.20 bin ich von Frankfurt am Main gestartet. Schon in Frankfurt hab ich einige andere Freiwillige vom VIA e.V. getroffen, also haben wir auch gleich als Gruppe eingecheckt und die ganze Wartezeit überbrückt.
Nach ca. 6 Stunden Flug (glücklicherweise auf einem Fensterplatz) im leicht bewölkten bis blauen Himmel bin ich dann in der Nähe von Dubai in einem herrlichen Sonnenaufgang . aufgewacht.
In Dubai auf dem Flughafen, welcher mit seinen mindestens 60 Gates wirklich riesig ist, haben wir (wir waren ganze 15 VIA-Freiwillige, die sich in einzelne Gruppen aufgeteilt hatten) erfolgreich mit herumlaufen, rumsitzen, etwas Schlafen und essen ganze 8 Stunden totgeschlagen...Dann hieß es wieder einsteigen und 15.05 startete der Flieger nach Nairobi.
In Nairobi in Kenia war es leider schon dunkel, weswegen man bei der Landung um 19.05 sehr wenig gesehen hat. Nach dem Aussteigen ging es zur Passkontrolle, welche sich jedoch auch wieder als endlose Warterei herausstellte. Bis jedoch alle durchgekommen sind Ich glaube wir haben gerade eine sehr ungünstige Stoßzeit auf dem Flughafen erwischt, sodass endlose Schlangen an den Passkontrollen standen. Ich hab es als erster von der VIA-Gruppe geschafft und somit Kenia betreten. Bis jedoch wirklich alle von uns durch waren, war es gegen 23.00.
Draußen im Wartebereich des Flughafens warteten schon David Monarch und Julius mit einem weiteren Helfer auf uns. Die armen hatten bereits seit 18.00 auf uns gewartet...
Nachdem wir und unser Gepäck nun in die vier Autos (eins davon war zum Glück ein Kleinbus) verladen waren, ging es zu David nach Hause. Dort gab es noch Abendessen, typisch kenianisch, also für uns alle erst mal ungewohnt, aber trotzdem lecker.
Danach hat uns David auf unsere Schlafplätze verteilt, manche in einer angemieteten Wohnung, manche bei anderen Freiwilligen, die schon in ihren eigenen Wohnungen waren, und wir vier (also Katja, Melanie, Stella und ich) haben bei David in zwei Zimmern geschlafen.
Am Montag sind wir alle zusammen in die Stadt, haben uns neue Sim-karten besorgt, Geld getauscht, (ein Kenia-Schilling entspricht etwa einem Cent), und uns noch in einem Internetcafé in der Online-Registrierung der Deutschen Botschaft eingetragen.Einige ´wurden am Nachmittag und Abend noch auf ihre richtigen Wohnungen und Projekte verteilt.
Für uns ging es am Dienstag um 6.00 los nach Embu.
Dort hat uns David zu unserer Gastmama gebracht (ja, eigentlich hatten wir uns auf eine WG eingestellt, was teilweise eine Mischung aus Überraschung und leichter Enttäuschung verursacht hat)
und uns dann noch unserer Projekte gezeigt.
Unsere Gastmama Naomi ist sehr nett, und ich glaube, dass es zumindest am Anfang sehr gut ist, jemanden zu haben, der sich in Embu und in der ganzen Kultur und dem Alltagsgeschehen auskennt. Andererseits leben wir jetzt wieder in Zweierzimmern, was hoffentlich keine Probleme bringen wird, jedoch sind diese sehr klein, also ein großer Schrank mit zwei Türen ohne weitere Unterteilung, zwei Betten und ein recht niedriger Tisch. Ich lebe erst mal mit Melanie zusammen in einem Zimmer.
Das Essen ist wie gesagt ungewohnt,aber ich denke, man kann sich da sehr schnell dran gewöhnen.
Es gibt wie erwartet eher wenig Fleisch aber dafür viel Reis und Bohnen und anderes Gemüse:)
Und Naomi zeigt den Mädels wie man kenianisch kocht. Ich hoffe, dass sich die kleine Probleme mit der Zeit irgendwie lösen.
Unsere Projekte sind sehr unterschiedlich. St.Stephen´s Children´s Home, also das von Stella, ist sehr groß, es gibt drei Klassenzimmer, einen großen Essenssaal, Schlafräume, einen Spielplatz, ein eigenes Haus für die Verwaltung, eigene Werkstätten für Holz und Metall, sogar ein eigenes Haus mit einigen Zimmern nur für Gästge ist vorhanden. ein Tierstall mit Kühen, Ziegen, Schweinen und Hühnern. Hühner werden hier offenbar recht häufig gehalten, da üebrall auch auf der Straße welche herumlaufen und auch in fast jedem Garten ein kleiner Hühnerstall steht. Auch David in Nairobi hatte einige Hühner. Es gibt dort ca. 10 Mitarbeiter und eben etwa 50 Kinder. Bei diesen 50 Kindern sind jedoch auch mitgezählt, die zu Hause wohnen und nur zur Schule oder Vorschule hinkommen.
Das Projekt von Melanie und Katja ist dagegen wirklich sehr klein. Es gibt nur ein einziges Haus mit 6 Räumen und einem kleinen Grundstück herum. Auf diesem Grundstück ist nur noch ein Kleiner Garten angelegt und ein Hühnerstall und zwei kleine Schaukeln stehen noch dort.
Nachdem wir unsere Projekte angeschaut haben, sind wir noch in die Stadt und haben dort auf Naomi an ihrer Arbeitsstelle (einem Callshop des wohl bekanntesten Mobilfunkanbieters Kenias „Safaricom“) gewartet und dabei gleich mal richtig Begegnung mit dem Afrikanischen Zeitverständnis gemacht. Als wir dort gegen 11.00 ankamen, sagte und eine Kollegin, das Naomi bald kommt: „She is coming.“ wir haben uns hingesetzt und gewartet. Nach knapp zwei Stunden haben wir sie nochmal angerufen und sie meinte, sie wäre in 20 Minuten da. Aus diesen 20 Minuten wurden jedoch auch nochmal mindestens eine Stunde.
Zu Hause haben wir es nach einigem herumprobieren geschafft, kurz Internet zu haben, jedoch haben wir irgendwie einen recht teuren Anbieter erwischt, also werde ich noch Nach einem Internetcafé suchen müssen um weiter Kontakt halten zu können. Deswegen hat es auch recht lange gedauert, bis nun der erste Blogeintrag aus Kenia ankommt.
Hier in Embu ist das Wetter bisher sehr schön, aber auch nicht zu sonnig und heiß.
Und was wirklich so ist wie auf allen bekannten Bildern: die Erde ist richtig rot!
Am Mittwoch waren wir das erste Mal in unseren Projekten. Stella und ich waren in einer Vorschulklasse. Die Kinder sind drei bis zehn Jahre alt, lernen aber schon richtig lesen. Zur Zeit sind sie noch bei den einzelnen Buchstaben bis hin zu 3er-Kombinationen... Ich fange an, mich an meine Grundschulzeit zu erinnern, als ich genauso die einzelnen Buchstaben und die Laute und den Zusammenklang der einzelnen Buchstaben gelernt habe. Auch lernen die Kinder schon rechnen mit Zahlen von 1 bis 10. Zählen können sie dagegen schon bis hundert (jedenfalls alle zusammen im Sprechchor). Teilweise haben wir der Lehrerin geholfen, die Aufgaben der Kinder zu korrigieren und den einzelne Kindern zu sagen, welche Aufgaben sie nochmal machen müssen.
Insgesamt war dieser Tag schon etwas Kopfarbeit, weil es einfach so viele Namen gibt, die man versucht sich zu merken. Von den Kindern fällt mir gerade noch Philip, Martin (ratet mal warum genau die zwei...), Dennis, Mark, Brian und Alice ein. Sich mit den Kindern zu verständigen war teilweise etwas schwierig, weil bisher nur wenige Englisch sprechen. Dafür sprechen sie alle Kiswahili, was ich und Stella jedoch nicht oder nur „ja“ und „nein“ verstehen.
Aber ich hoffe, dass sich meine Kiswahili-Kenntnisse bald verbessern.
Schade ist jedoch, dass Stella und ich noch nicht so richtig etwas zu tun haben. Zur Zeit arbeiten wir von 8.00 bis 16.00. Zu dieser Zeit sind jedoch nur die Vorschulkinder da, für welche man jedoch einfach keine drei Personen zu Aufsicht und für den Unterricht braucht.
Ich glaube, die älteren Kinder, welche schon irgendwo anders zur Schule gehen kommen erst gegen 16.00, also genau dann wenn wir gehen. Gina, eine Freiwillige aus den USA, welche auch im St. Stephen´s Home arbeitet und von Juli bis Dezember dort ist auch den ganzen Tag dort, hat jedoch wahrscheinlich auch nur zu tun, wenn die Älteren kommen. Hoffentlich ändert sich unsere gegenwärtige Arbeitssituation noch..
Am Nachmittag sind Stella und ich ca 30 Minuten in die Innenstadt von Embu gelaufen und wir „mzungus“ (also wir „Weiße“)haben uns mit Katja und Melanie getroffen. Dort haben wir einfach ein wenig die Stadt angeschaut, haben mal den örtlichen Supermarkt besucht und uns Dann mit Naomi getroffen. Mit Ihr sind wir dann auch in einem Matatu, also einem Kleinbus für ca. 10 Personen, in dem etwa 20 Leute sitzen und der überall hält um Leute ein oder aussteigen zu lassen.
Am Donnerstag, also dem zweiten Tag im Projekt fand ich es schon viel besser. Erst war ich mit Stella nochmal in der Vorschulklasse. Dort haben wir aber bisher nicht viel zu tun.
Ab der Mittagspause bin ich dann mit in der „Holzwerkstatt“ gewesen und habe zusammen mit James zwei Holztüren gebaut. Er und John, welche auch in den Werkstätten arbeitet gehören glaube ich zu den ersten Kinder, die im St. Stephen´s Home aufgewachsen sind, ich würde sie jetzt auf etwa 30 Jahre schätzen. Die Türen wollen wir morgen in einem Krankenhaus irgendwo in Embu einbauen. Ich bin gespannt :)
Was zumindest mich und Stella leicht überrascht ist, dass bisher keiner von uns in irgend einer Weise krank geworden ist, nicht einmal der allseits bekannte „Reisedurchfall“ hat zugeschlagen....
Uns wurde ja schon im Vorbereitungsseminar gesagt, dass wir hier ziemlich auffallen und oft angesprochen werden und vor allem von den Kindern "mzungu" gerufen werden. Es ist bisher ganz lus´tig wenn du von mindestens jedem Zehnten (besonders außerhalb der Innenstadt) angesprochen wirst mit der Frage "how are you?" nur um dann ein "I´m fine" von dir zu geben, oder schon von weitem viele Kinder "mzungu" rufen hörst. Stella meinte heute schon, als ich etwas später aus dem Kinderheim nach Hause kam, sie hätte schon vor ner halben Minute gewusst, dass ich gleich komme, weil sie die ganzen Kindern draqußen "mzungu" rufen gehört hat.
Katja und Melanie haben heute noch ein Internetcafé gefunden. Also werdet ihr diesen Blogeintrag hoffentlich am Freitag online finden.
Bis jetzt gibt es leider keine Bilder direkt aus Kenia, weil ich nicht unbedingt von allem und jedem Bilder machen will ohne überhaupt ein paar Tage da gewesen zu sein... Damit sollte man hier auch etwas vorsichtiger sein...Aber ich denke, mit der Zeit werdet ihr auch einige Bilder direkt von hier zu Gesicht bekommen.
Liebe Grüße von mir aus Kenia an alle die das lesen und an alle die sich grüßen lassen.
Lasst´s euch gut gehen.
Philipp
Hallo!
AntwortenLöschenSchön, dass alles so gut gelaufen ist!
An das afrikanische Zeitverständnis gewöhnst du dich doch bestimmt schnell! Das Problem ist sicher eher das zurückumstellen, oder?
Ich wünschte die Leute würden sich hier auch mal mehr Zeit lassen:)
Ich freu mich shcon auf die Bilder!
Ganz liebe Grüße aus Leipzig!
Lena
Eigentlich versuche ich mein deutsches Zeitverstaendnis zu behalten, das afrikanische aber trotzdem zu akzeptieren.
AntwortenLöschenEs ist schon schoen, sich manchmal einfach etwas mehr zeit lassen zu koennen, aber wenn man auf jemanden wartet, dann kann das schon nervig sein...
Gruesse aus Embu
Philipp
Hallo Philipp, einfach klasse Deine Beschreibungen. Mach weiter!! Ganz liebe Grüße aus Markkleeberg und lass es Dir gut gehen!
AntwortenLöschenDeine Szillats