Am Sonntag den 10.10.2010 (das dieses lustige Datum ist haben wir erst am Abend bemerkt)
war ich das erste Mal in einem Nationalpark hier in Kenia auf Safari.
Die Bezeichnung Safari ist eigentlich etwas komisch, da „Safari“ in Kiswahili einfach nur Reise bedeutet.
Wir, also Katja, Melanie, Stella, John und ich waren im Mwea Nationalpark, welcher gar nicht wo weit von Embu entfernt liegt.
John ist ebenfalls ein Freiwilliger, welcher auch mit uns hier in Kenia angekommen ist. Er unterrichtet in Kisumu am Victoriasee an einer Grundschule und hat uns dieses Wochenende einfach mal Besucht, da gerade Prüfungen geschrieben werden und er deshalb sein Wochenende verlängern konnte.
Zum Mwea-Nationalpark sind wir mit einem Taxifahrer, den Naomi für uns bestellt hat, zu sechst im Auto gefahren, also zu viert auf der Rückbank. Der Mwea-Park ist zwar relativ klein und eher unbekannt und auch weniger von Touristen besucht, jedenfalls waren wir an diesem Tag die einzigen die da waren.
Dort im Nationalpark sind wir auf einen geländegängigen Pick-Up mit Sitzbank auf der Ladefläche umgestiegen. Zwar mussten wir dieses Auto extra mieten denn wir hätten auch mit unserem Taxifahrer durchfahren können, aber es hat sich als sehr gute Entscheidung herausgestellt. Erstens hat man einfach viel mehr Platz als in dem kleinen Auto, zweitens sitzt man draußen und kann einfach viel mehr und besser sehen und drittens macht es einfach richtig Spaß so durch die auf der Ladefläche über die sehr holprigen Wege zu fahren. Und manchmal habe ich geglaubt, dass das Taxi einige der Wege niemals heil überstanden hätte...
Außerdem hatten wir dadurch noch einen Fahrer direkt vom Nationalpark, der alle guten Stellen kennt, und weiß, wo man welche Tiere beobachten kann.
Am Hauptquartier wurden wir erstmal von einem toten Krokodil genau neben dem Pick-Up überrascht. Ich fand es toll, sowas mal richtig aus der Nähe betrachten zu können.Als wir losgefahren sind haben wir erstmal nur Gestrüpp gesehen, welches sich im gesamten Nationalpark befindet. Nur am Tana-River, einem der größten Flüsse in Kenia, stehen mehr Bäume, die nicht vertrocknet sind.
Dann haben wir als erstes ein paar Zebras gesehen, die vor uns auf dem Weg „geflüchtet“ sind, und nach kurzer Zeit schon wieder im Gebüsch verschwunden waren...
Danach sind die ein paar Giraffen aufgetaucht, welche sich als extrem ruhige Tiere herausgestellt haben: Einfach dastehen und beobachten, was da auf dem grünen Auto vor sich geht...
als nächstes konnten wir ein paar Büffel sichten, welche jedoch auch sehr schnell wieder verschwunden waren. Nach und nach konnten wir Elefanten, Affen, Perlhühner, weitere Giraffen und Zebras, zwei Geckos, einige interessant aussehende Vögel und ab und zu auch ein paar Antilopen beobachten, wobei sich das bei den Antilopen auf maximal zwei Sekunden beschränkte, da sie meistens nur vor oder hinter und über den Weg gesprungen sind.
Der erste Elefant wurde auch etwas Wütens über uns, da wir auf dem geschlängelten Weg hin und her gefahren sind und wir ihm so einmal etwas den Weg abgeschnitten hat. Seinen Unmut darüber hat er mit einem lauten, schon sehr beeindruckenden Tröten in unsere Richtung bekundet, was einen schon erstmal ein bisschen erschreckt.
Ab und zu musste man sich wegen einiger herunterhängender Äste (teilweise auch mit Dornen) ducken. Einmal war ich etwas zu langsam, sodass ich jetzt ein paar Kratzer mehr und an meinem Hemd wieder etwas zu nähen habe :). Stella und John haben aufgrund der Äste auch jeder mal kurz ihre Mütze verloren :) Auch das fahren auf dem Pick-Up war teilweise recht anstrengend, da man einfach keine Sekunde auf der Fläche stehen oder sitzen kann ohne durchgeschüttelt zu werden oder sich nicht irgendwo festzuhalten.
Irgendwo am Tana-River haben wir angehalten und sind direkt ans Ufer gelaufen, von wo wir etwa zehn Nilpferde beobachten konnten. Das Leben eines Nilpferdes muss recht gemütlich sein: Den ganzen Tag im recht warmen Wasser liegen, ab und zu mal zum Luft-holen auftauchen, abends mal eben ca. eine Tonne Grünzeug fressen und danach wieder ins Wasser...
Es ist schon lustige, wenn man nur ein Paar Ohren und ein Paar Nasenlöcher aus dem Wasser ragen sieht. Ab und zu streckte mal eines den Kopf etwas weiter heraus, meist von einigen anderen gefolgt um zu beobachten was draußen am Ufer so vor sich geht.
Nach einigen Stunden, als wir schon wieder kurz vor dem Hauptquartier waren, sind wir nochmal auf einige Affen und danach auf eine ganze Gruppe von Zebras und auf eine Giraffe gestoßen. Diese Gruppe war weniger schreckhaft als unsere erste, sie haben sich eine ganze weile in Ruhe beobachten lassen. Und das nur etwa zehn Meter von uns entfernt!!!
Insgesamt war es einfach ein toller Tag im Mwea-Nationalpark, auch wenn es teilweise ganz schön anstrengend war. Aber ich denke, dass die Fotos für sich sprechen :)
Die Fotos von diesem Tag (oder besser gesagt eine kleine Auswahl) habe ich unter diesem Link abgespeichert:
Abends waren wir noch im „Gerish“ das ist ein Hotel und Restaurant keine 100 Meter von unsrer Haustür entfernt. Dort habe ich ein herrlich gebratenes viertel Huhn verspeist. Einfach köstlich...und toll auch mal wieder etwas heimisches zu schmecken....
.