Nach etwas längerer Zeit lasse ich nun mal wieder etwas von mir hören...
das die Pause jetzt etwas länger wurde, liegt hauptsächlich daran, dass ich einige Probleme mit meinem Konto hatte, und zwischenzeitlich nur noch 10 Kenya-Shilling (etwa 10 ct, von denen ich sechs Ingwer-Kekse hätte kaufen können, was ich letztendlich auch gemacht habe) hatte. Wir haben hier zwar einen Internetstick, jedoch funktioniert der nur recht langsam und auch nur, wenn der Empfang gerade mal in Ordnung ist, weshalb ich froh war, ab und zu mal E-Mails checken zu können, und auf diesem Weg versuchen konnte mein Konto-Problem zu lösen. Wenn dieser Eintrag erscheint, dann ist dieses Problem aber erstmal gelöst, oder ist auf dem Weg gelöst zu werden.
Was ich persönlich sehr interessant finde, ist, dass ich nun schon einen Monat lang weg bin, und die Zeit bisher vergangen ist, wie nichts, auch wenn ich außer meiner Arbeit nicht sehr viel gemacht habe.
Bei mir im St. Stephen´s Children´s Home, oder für mich größten Teils in der St. Stephen´s Werkstatt, läuft die Arbeit so vor sich hin, manchmal arbeitet man den ganzen Tag, manchmal ist den halben Tag einfach keiner da, und manchmal sitzen wir auch einfach herum und unterhalten uns, auch wenn sich eventuell etwas finden ließe, was man tun könnte. Aber es macht immernoch Spaß. Irgentwann habe ich mal einen Kreisel (also einen, den man mit einer Peitsche antreiben kann) gedreht, und ich hab mit John und James den ganzen Tag gekreiselt. Einige der Jungen haben offenbar etwas Blut geleckt, und so habe ich inzwischen mindestens 5 weitere gebastelt. Irgentwann hab ich sogar mal zwei Jungs gesehen, die im Klassenzimmer während der Mittagspause gekreiselt haben :)
Richtgig in der „Tischlerei“ habe ich inzwischen einige alte wacklige Stühle mit repariert, neu lackiert und neu gepolstert, welche inzwischen in dem neuen Krankenhaus stehen, welches inzwischen als „St. Stephens Health Center“ benannt ist, und im Stadtteil „Gatondo“ steht.
Es gibt hier so einige Stadtteile, das St. Stephen´s-Home und meine Gastfamilie sind z.B. um Stadtteil „Majimbo“. Ich habe es geschafft mir ein kleines Regal zusammenzuzimmern, was jetzt dazu dient, den riesigen Schrank, den jeder von uns vier Freiwilligen hat, etwas zu unterteilen und besser auszunutzen. Stella hatte die Idee, eine Art Hakenleiste mit gedrehten „Haken“ für jeden von uns anzufertigen. Naomi gefallen die Dinger so gut, das sie inzwischen auch eine hat, und auch John hat mit mir noch eine für sich gebaut.
Irgentwann abends hat es das erste mal richtig stark geregnet. Das ganze ist hier ohne Vorwarnung passiert, auf einmal hörte man nur, wie der Regen auf das Wellblechdach unseres Hauses Niederprasselte (ich glaube, hier hat so gut wie jedes Haus ein Wellblechdach...)
Edwin mein Gastbruder (ich hab ihn im letzten Eintrag falsch geschrieben, weil das ganze in dem kenianischen Englisch sehr ähnlich klingt) und ich kochen immermal zusammen das Abendessen, was das einzige ist, was die ganze „Familie“ immer zusammen macht.
Für dieses Abendessen wird meistens kurz vorm kochen festgestellt, das irgendetwas fehlt, also bin ich auch schon einige Male im Dunkeln auf den kleinen Markt bei uns um die Ecke, oder zum Fleischer, oder in einen der zahlreichen kleinen Läden, die es an jeder Straßenecke gibt gelaufen um noch irgendetwas zu besorgen. Dabei habe ich festgestellt, dass ich offenbar im Dunkeln leuchte.
Am Tag hört man aller zwanzig Meter meistens von Kindern ein freudiges „Mzungu!“ (was „Weißer“ bedeutet) oder ein „How are you?“. Eigentlich denkt man ja, das man im Dunkeln nicht ganz so auffällt, da es außerhalb der Innenstadt von Embu keine Straßenbeleuchtung gibt und sonst nur ein paar einzelne Lampen von den Läden existieren, aber irgentwie bekommen die Kinder, die abends gegen 20.00 noch auf der Staße sind, das irgentwie mit das man da ist, also fangen sie wieder an nach einem zu rufen.
Seit Freitag dem 1.10. habe ich einen Namen in Ki-Embu, des Muttersprache von John und James und dem meisten Personal von St. Stephen´s: Philipp Mugwimi (was die Übersetzung von Jäger ist). James´ Nachname „Kivuti“ ist das Wort für den Vogel Strauß in Ki-Embu.
Schon interessant zu wissen, was die einzelnen Namen bedeuten :)
Diesen Sonntag war hier Erntedanktag. Wir sind in eine andere Kirche zusammen mit einigen Gemeindemitgliedern aus Naomis Gemeinde gefahren. Dort wurde viel Gemüse und auch Hühner gespendet, welche nach dem Gottesdienst versteigert wurden.
Naomi hat viele Bananen, einen Kürbis, einige Papayas und ein Huhn (lebendig) ersteigert.
Die Rückfahrt erfolgte genau wie die Hinfahrt mit ca. 25 Mann eingequetscht in einem Matatu.
Abends habe ich das Huhn zusammen mit Naomi geschlachtet. Ich fand es unglaublich interessant, mal zu sehen, wie das alles so vor sich geht und wie es in einem Huhn so aussieht :)
Am ende hat es leider trotzdem nicht so gut geschmeckt, wie ich es erhofft hatte...
Diese Woche ist bisher nichts ungewöhnliches passiert, aber am Sonntag wollen wir in einen National-Park fahren. Ich hoffe, dass ich dort mal ein paar Tiere zu Gesicht bekomme.
Erstmal wieder liebe Grüße an alle
eruer Philipp
eruer Philipp
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