Sonntag, 28. August 2011

Wo ist schon wieder die Zeit hin???


Inzwischen sind ja schon wieder fast drei Monate rum in denen ich mich erfolgreich vor dem Schreiben gedrückt habe :)  Und nach dieser Zeit verbleibt mir auch nichtmal mehr eine Woche hier in Kenia, bevor ich wieder ins Flugzeug steige und wieder die Leipziger Gegend unsicher mache.
Also wenigstens nochmal ein paar Einzelheiten aus den letzten Monaten.

Direkt nach Mt. Kenya hatte es Lorna, unsere englische Feriwillige richtig umgehauen: Drei Tage Krankenhaus...Die erste Nacht ging es ihr so beschissen, dass Stella und ich abwechselnd Nachtwache gehalten haben...Was genau sie am Ende nun hatte ist nicht ganz klar. Könnte irgend eine Lungenkrankheit gewesen sein, aber jeder Arzt hat da was anderes gesagt...

Am Pfingstsonntag bin ich mit dem Gemeindechor an einen Ort namens Mikimbi total in die Pampa gefahren.
Dementsprechend war auch das "Kirchengebäude" ausgestattet: Eine einfache, unauffällige Holzhütte mit ein paar Bänken, einem einfachen Altar und ein paar Stühlen. Das war mal eine ganz andere Art einen Pfingstgottesdienst zu erleben :)

Im St. Stephen´s hatte ich bis Juli wieder mal eine neue Aufgabe für mich entdeckt: Brennholz für die Küche spalten. Da hatte ich wenigstens für ein bis zwei Stunden was zu tun und war damit auch recht ausgelastet.
Abends habe ich wie immer Hausaufgabenhilfe gemacht. Und man stößt immer mal wieder auf eine Aufgabe, die mir richtig Kopfzerbrechen bereiten kann, meistens weil ich die Vorgehensweise inzwischen vergessen hatte oder einfach eine für irgendwas fehlt (die ich zu Hause in ner Formelsammlung nachgeschlagen hätte, aber sowas haben die Kinder hier gar nicht...)

Im Juli habe ich zusammen mit Jonas aus Nairobi nochmal knapp zwei Wochen Urlaub gemacht. Diesmal haben wir die Küste Kenias unsicher gemacht. Also per Nachtbus nach Mombasa und dann wieder zu Luisa und Sarah, den VIA-Freiwilligen in Mobasa. In Mombsasa haben wir ein paar Mal die Altstadt durchkreuzt, viele tolle alte geschnitzte Holztüren bestaunt, einfach am Mehr gesessen und genossen, im badewannenwarmen Wasser geschwommen und einfach gut gehen lassen. Einmal waren wir bei ebbe am Strand und ich konnte ganz viele kleine Krabben mit einer überdimensionierten rotgefärbten Schere entdecken und beim genauen hinsehen habe ich festgestellt: Auch be Krabben gibt es Rechts- und Linkshänder :)

Nach zwei Tagen sind wir dann wieder aufgebrochen, Richtung Norden, nach Watamu. Dort wurde man sofort wieder von einigen "Touristenführern" umschwärmt, die einen hier und da und dort hinbringen wollten. Letztendlich haben wir es auch geschafft dort anzukommen wo wir hinwollten und zwar einem kleinen Hotel und erstmal Gepäck absetzten...
Dann sind wir zum Strand gelaufen. In Watamu gibt es ein paar Buchten mit Sandstrand, der Rest der Küste ist mit Riffen und Steilen Felsen übersäht. Da gerade Ebbe war ist aus Schwimmen vom Strand aus nichts geworden.Wir haben jedoch eine Stelle gefunden wo man ins tiefere Wasser reinkonnte. Es war recht Windig und so hatten wir schon etwas mit den Wellen und der Strömung zu kämpfen :)
Am Nächsten Tag sind wir zu den Ruinen von Gede, einer verlassen Stadt im Wald, nur ein paar Kilometer von der Küste weg. Diese Stadt wurde offenbar im 15/16 Jh erbaut aber schon um 1700 herum wieder aufgegeben. Einfach toll diese ganzen Ruinen von alten Häusern, Moscheen und einem kleinen Palast und das mitten im Wald! Die Gedankenbrücke zum Dschungelbuch konnte man dort auf jedenfall schlagen.
Den nächsten Tag sind wir früh nochmal an den Strand und ich bin wieder mit Kamera bewaffnet auf Jagt gegangen nach allem was man an einem Riff eben entdecken kann, z.B. jede Menge Krabben!
Ein Fischer hatte einen Tintenfisch gefangen und ging nun mit diesm am Haken auf Jagd nach Langusten die sich mit nem Tintenfisch offenbar recht gut aufschrecken lassen.
Danach sind wir nach Malindi gefahren, nur ein paar Kilometer nördlich von Watamu. Mailindi war neben Mombasa und der Insel Lamu eine der wichtigsten Handelsstädte an der Küste Kenias. Dort haben wir uns wieder erstmal ne Unterkunft gesucht und sind dann durch die Stadt geschlendert. Bei mir machten sich den ganzen Tag über Ohrenschmerzen bemerkbar, und der örtliche Ohrenarzt diagnostizierte mir eine Entzündung im Gehörgang: "Nichts ungewöhnliches für Touristen hier mit dem Küstenklima und dem Wasser." Also für ein paar Tage Badeverbot, das "tollste" was man sich im Urlaub an der Küste vorstellen kann.........
Abends haben wir in Watamu sämtlich Straßenstände abgeklappert, die Mshakiki, also Schaschlik auf kenianische Art, hatten und haben uns vollgefuttert. Wir hatten die Mshakiki schon in Watamu entdeckt und ich bin absolut auf den Geschmack gekommen :)

Am Nächsten Tag sind wir von Malindi nach Marafa gefahren und haben uns "Hells Kitchen" angeguckt. Das ist eine Sandsteinformation, die im Laufe der zeit von Regen und Wind in den Boden gefressen wurde. Man kommt sich vor wie in einer anderen Welt, nur Rot, Gelb, Braun und Weiß. Und die Hitze die im laufe des Tages größer wurde, machte auch den Namen Hell´s "Kitchen" verständlich wäre es nicht etwas bewölkt gewesen wären wir gut durchgebraten wieder nach Malindi gefahren :)
Abends haben wir dann den Nachtbus nach Lamu genommen. Diese Fahrt war aber bei weitem nicht so komforttabel wie die von Nairobi nach Mombasa, denn die Straße war extrem schlecht und wir wurden richtig an unseren ersten Urlaub erinnert, an die Strecke hoch in den westlichen Norden Kenias zum Lake Turkana (Mist, darüber wollte ich ja eigentlich auch berichten...). Mit dem geplanten Schlaf im Bus wurde also nicht viel...
Im Morgengrauen sind wir an der Fähre zur Insel Lamu angekommen und gleich mit der ersten mitgefahren. In Lamu wurden wir von einem kleine und dürren Mann mit (im verhältnis zu seiner Körpergröße) übergroß erscheinender Taschenlampe begrüßt, der sich als Führer vom Touristenoffice vorstellte und uns auch sofort zu einer guten Unterkunft verhalf (auch wenn diese wie überall an der Küste recht teuer war....) Dort haben wir erstmal unseren Schlaf nachgeholt und erst Nachmittags die Insel erkundet. Lamu ist eine absolut idyllische Insel mit vielen kleinen Gassen, alten Häusern im Stil der Swahili-Kultur (also typisch für die Ostafrikanische Küste) und vielen Holzschiffen, die hier zum größten Teil mit traditionellen Werkzeugen hergestellt werden.
Autos gibt es eigentlich keine, nur ein paar Traktoren und Krankenwagen für Esel haben wir gesehen. Alles andere wird hier per Esel oder in Karren oder natürlich per Dhau (die traditionellen Schiffe) transportiert. Und auch zum Festland gibt es nur die Verbindung per Dhau. Strom gibt es hier durch ein eigenes kleines Kraftwerk am Rand der "Stadt" welches mit Diesel betrieben wird.
Am zweiten Tag auf Lamu haben wir einmal die gesamte Insel umrundet. Erst auf nem Esel zum nächsten Dorf: Shela. Dort dann ca 12 km am Stand zum dritten von vier Dörfern auf der Insel gelaufen: Kipungani. Am Stand gab es wieder tausende Krabben, aber wieder andere als in Watamu oder in Mombasa zu sehen waren.In Kipungani haben wir dann nach einer Möglichkeit gesucht um weiter oder zurückzukommen. Letztendlich sind wir in einem ganz kleinen Fischerboot weiter um die Insel gesegelt zurück zur Fähre am Festland und dann schon im Dunkeln per Fähre zurück nach Lamu.
Mit den Fischern haben wir uns gut unterhalten z.B. über die Technik für den Bau der Boote. (Da hätte ich natürlich wieder endloch fragen und fotografieren können :) )

Samstag, unserem vorletzten Tag haben wir mit einer Dhautour verbracht. Dabei gab es einige Schwierigkeiten denn wir hatten das ganze am Tag zuvor organisiert, sind aber an einen Betrüger geraten, der mit dem Teil des vorausbezahlten Geldes verschwunden war. Ein Kumpane war an dem Morgen dann am hafen und versuchte uns durch sich ständig ändernde Geschichten davon zu überzeugen dass unser Kapitän krank oder ein Verwandter krank sei und sie und jenes und so weiter... Nachdem wir eine Weile auf ihn eingeredet hatten hat er uns dann ein anderes Boot besorgt, und letztendlich konnten wir doch noch starten... Wir waren erst angeln, hatten auch einige Fische am haken, jedoch keine die man hätte essen können. Also haben wir uns von einem vorbeifahrenden Fischerboot noch ein paar Fische gekauft die wir dann auf der Nachbarinsel gegrillt und verspeist haben.
Dann tauchten auf einmal drei Boote auf, von dem Verband von Kapitänen, die normalerweise alles touristische regelt. Wie sich herausstellte muss man eine Dhautour dort buchen oder dort anmelden, was in unserem Fall keiner gemacht hatte, da dann wieder Probleme mit den Preisen und auch einige Probleme für den Kumanen unseres verschwunden ersten Organisators entstanden wären...
Als Jonas und ich die Tour gebucht hatten wussten wir nicht einmal dass dieser Verband existiert. Der Sinn hinter dem Verband ist, dass jeder Tourist der eine Dhau besteigt registriert ist und das Boot im Falle eines Seeunglücks mit Rettungswesten ausgestattet ist. Außerdem ist Somalia poer Schnellboot nur zwei Stunden entfernt, weswegen jede Fahrt registriert sein sollte...
Nach einigem hin und her sind wir dann zurück nach Lamu gefahren (wäre sowieso an der Zeit gewesen) und am Ende ist auch alles gut ausgegangen. Unser kapitän, mit dem wir gefahren sind war auch in dem Verband registriert, er hatte eben nur die Fahrt nicht angemeldet, und nachdem wir die ganze Geschichte erzählt hatten wurde auch die Suche nach dem ersten Kapitän, der mit unserer Vorkasse verschwunden war eingeleitet. Auch wenn dieser registriet war, war er offenbar für krumme Geschäfte und Betrügereien bekannt... Aber wie gesagt: am Ende ist ja alles gut gegangen und wir hatten trotzdem einen schönen Tag.

Sonntag, unserem letzten Urlaubstag waren wir früh nochmal schwimmen, sind dann nochmal durch die stadt geschlendert und sind dann per Fähre wieder aufs Festland. Dort mussten wir noch irgendwie zu dem Dorf kommen, wo unser Bus nach Nairobi abfuhr und welches knapp zwei Stunden von der Küste entfernt lag...
Und da fing das Problem an, denn das Matatu was dorthin fuhr wurde nichtmal halbvoll und auch nach einigen
Telefongesprächen mit der Busgesellschaft sind wir viel zu spät abgefahren und haben unseren Bus natürlich über eine Stunde verpasst... Zum Glück haben wir ein Privatauto gefunden, was auch nach Malindi fuhr, wo der Bus nochmal halten sollte. die letzte Zeit habe ich wieder ständig mit der Busgesellschaft telefoniert und letztendlich konnten wir mit einer halben Stunde Verspätung in Malindi noch in den bus einsteigen... Das war der Tag wo ich mich richtig nach deutschen Busunternehmen mit genauen Fahrzeiten gesehnt habe...

Früh morgens in Nairobi war es erstmal schweinekalt. Ich wäre am liebsten gleich wieder in einen Bus nach Mombasa gestiegen...

Zurück in Embu habe ich mal wieder ein Fahrrad zusammengebaut: John hatte von irgend einem Bekannten ein altes Rennrad bekommen. Also alles zerlegen, einige neue Teile besorgen (was sich ganz schön hingezogen hat), die Laufräder neu einspeichen und zentrieren und letztendlich wieder alles zusammensetzten... Ich liebe es immer wieder :)
Jetzt im August sind wieder Ferien, am Anfang waren also mal wieder fast alle Kinder zusammen da.
Inzwischen sind die meisten zu Verwandten oder sonstwohin in den Urlaub gefahren und hier sind nur noch eine Hand voll übrig geblieben. Mit den Jungs Fußball spielen war wie schon in den letzten Ferien absolutes Muss :) zur Zeit gehen und nur die Bälle aus, da einer nach dem anderen irgendwo aufreist...

Jetzt in den letzten Wochen waren wir einige Male bei Bekannten eingeladen. Und auch wenn man für vieles eigentlich das ganze Jahr Zeitgehabt hätte, schiebt es sich nun auf die letzten Tage zusammen...
Inzwischen habe ich schon angefangen zu packen. Heute hab ich mal das Gewicht gecheckt und: nur 20 kg!!!
Das heist, ich kann noch zehn Kilo an allem möglichen Kram einpacken :)

Dienstag, 7. Juni 2011

Endlich mal ein Urlaubsbericht...

Der nächste Monat ist schon wieder weg wie nichts, und mir verbleiben nur noch knapp drei Monate hier in Kenia.
Ich war wie geplant mit Jonas an den 14 Falls in Thika. Auf Bildern im Reiseführer sehen die immer aus als wären sie größentechnisch mit den Niagarafaellen in Amerika zu vergleichen. In der Realität sind sie jedoch nur etwa 10m hoch und zwischen 50 und 100m breit :) Es war trotzdem einfach toll. Bei den Besucherpreisen mussten wir mal wieder bis aufs Blut Handeln. An einem Schild stand für Tuoristen 4 US Dollar (maximal 350 KSH) und für Kenianer 60 KSH. Der Verkäufer wollte uns erst 700 KSH pro Person abknöpfen, aber am Ende konnten wir ihn auf 300 KSH für beide zusammen runterdrücken :) Wir sind mit einem Guide durch den oberen Fluss gewatet und die Strömung hat uns teilweise ganz schön zu schaffen gemacht. Außedem muss man sich wirklich Schritt für Schritt vorantasten, da man durch das braune Wasser absolut nichts sieht und viele der Steine im Fluss veralgt und dementsprechend rutschig sind.
Unten an den Wasserfällen ist Jonas auf eine schlechte Stelle getreten und stand dann auf einmal bis zu den Knien im schwarzen Schlamm aus Dreck und verrottenden Algen, sehr zum Gelächter der Guides und mir :)

Im St. Stephens gab es in letzter Zeit mal wieder einige Bauprojekte. Erst haben wir einen riesigen Unterstand für Feuerholz gebaut. Bei ca 4m Höhe frage ich mich jedoch, wo das ganze Holz herkommen soll.
Weiterhin wird neben der Küche jetzt eine weitere Küche gebaut. Beim Dachstuhl hab ich mich mal wieder unter die Handwerker gemischt, da hatte ich mal wieder einen Job dmit richtig Spaß :) Inzwischen wird gerade alles verputzt.
Ich finde das gesamte Projekt jedoch etwas fragwürdig, da die alte Küche eigentlich vollkommen ausreicht, und das Geld wahrscheinlich anders viel besser angelegt werden könnte. Dazu hab ich mir sagen lassen, dass es wahrscheinlich ein gesponsertes Projekt ist, was vor langer Zeit begonnen wurde und jetzt mal schnell fertig gebaut wird um eventuelle Besucher nicht zu enttäuschen...

An dem großen Wasserturm hat sich bisher noch absolut nichts getan. Statt dessen wurden einfach ein paar Plasterohre zur Überbrückung des tanks eingebaut. Wenigstens haben wir jetzt wieder Wasser in der Leitung was vieles sehr vereinfacht!

Dann war am 28.05. Johns Hochzeit. Die ganze Woche zuvor waren die meisten hier mit irgendwelchen Vorbereitungen beschäftigt. Ein etwas stressiges Thema waren die Hochzeitskuchen. Stella hatte schon länger mit John abgesprochen, dass sie die Kuchen macht, jedoch fingen die Staffmembers dann zwei Tage zuvor an viele Kuchen zu backen, was natürlich absolut zu Missverständnissen führen musste, besonders, da Stella und Esther etwas auf Kriegsfuß stehen und deshalb sogut wie keine Komunikation existiert... Es ist dann immer schwierig herauszufinden, wer jetzt was und wie zu wem gesagt hat um die totale Krise zu verhindern... Letztendlich haben Stella, Lorna und ich dann doch noch Kuchen gebacken, was bei mindestens 300 Gästen auch nicht schlecht war :)

Die Hochzeit selber war toll. Eigentlich sollte das ganze 10.30 Uhr anfangen. Letztendlich haben wir aber bis mindestens 12.00 Uhr auf den Autotross gewartet der die Braut vom anderen Ende der Stadt, aus Kangaru abholen sollte. Der Traugottesdienst ging für kenianische Verhältnisse nicht sehr lange. Wir waren spätestens 15.00 fertig.
Es war einfach toll und ich hab mich richtig für John gefreut, auch was alles für Ihn und seine Frau auf die Beine gestellt wurde!!!
Ich hab natürlich mal wieder fleißg fotografiert und wurde an einer Stelle sogar direkt als Kameramann bezeichnet :)
Nach dem Gottesdienst ging es dann noch zu einem haus mit riesigem Garten, wo nochmal viele Fotos gemacht wurden.
Danach ging das Feiern los.
Leider musste ich mit den anderen Mzungus schon eher los, da wir Abends noch nach Naro-Moru, dem Startpunkt für unsere Mt.Kenya Expedition gefahren sind die am nächsten tag starten sollte.

Am Sonntag den 29.05. sind wir vormittag nochmal einkaufen gegangen und nach dem Mittagessen dann zum Parkeingang des Mt. Kenya National Parks gefahren, haben unserer großes Gepäck an die Träger weitergegeben und sind dann mit nem kleinen Rucksack für Snacks und Wasser und den Regensachen losgelaufen. Unsere Gruppe Bestand aus uns vier Embu Deutschen aus Embu, Lorna unserer dritten St. Stephen´s Freiwilligen, Benjamin aus Kisii, den ich schon vom Vorbereitungsseminar kenne, Isaiah, einem fünfzehnjährigen Amerikaner der schon seit knapp sieben Jahren in Kisumu am Viktoriasee lebt, Gilbert, unserem Bekannten aus Embu (wir kennen ihn schon seit einigen Monaten, er arbeitet im Rescue-Center für Straßenjungen in der Innenstadt von Embu), der die ganze Expedition für uns organisiert hat und Silas, unserem Guide. Dazu kamen noch acht Träger und Kamiru unser Koch.
Am ersten Tag sind wir etwa vier Stunden gelaufen, bis zum ersten camp, der "Met. Station" in 3048m Höhe gelaufen.
Die Nacht dort war eisig kalt, auch wenn uns Gilbert  und auch Silas, unser Guide versichert hat, dass es richtig warm wäre... Kamiru unser zahnloser Koch hat uns echt tolle Malzeiten hergezaubert, es ist echt erstaunlich, was allein an Essen von den Trägern mitgeschleppt wird. Kamiru selbst ist 58 Jahre als und besteigt den Berg seit etwa 1970.
Morgens wurden wir von der Kälte (Abends hatten wir ein schön warmes Kaminfeuer...) und von einigen Affen geweckt, die lauft scheppernd über das Wellblechdach unserer Hütte hüpften.

Dann ging der Zweite Tag los, 8 Stunden immer bergauf laufen, erst durch tropischen Regenwald, dann durch ein Moorland, was recht rutschig war. Es hatte zum Glück nicht geregnet,sonst wäre der Weg dort noch schlechter und unübersichtlicher gewesen.Nach dem Moorland sind wir ein langes Tal hochgelaufen, bis zum zweiten Camp, dem "Mackinders Camp" in 4300m Höhe. Die Ganze Zeit in dem Tal über sind wir an etwas merkwürdigen Pflanzen vorbeigekommen, die ganze Vegetation scheint größer. Es gibt zwar keine richtigen Bäume mehr, dafür wachsen sämtliche Pflanzen und Kräuter auf einmal Meterhoch!

Der Dritte Tag war zum Glück zur Akklimatisierung eingeplant. Und das war für mich auch bitter nötig. Früh bin ich mit Kopfschmerzen, Schwindel-und Kotzgefühl aufgewacht. Das ganze verbesserte sich jedoch nach einer Tasse Zitronentee welche mir Silas unser Guide empfohlen hatte.
Vormittag sind wir dann zur Gewöhnung noch etwas weitergelaufen, zu einem kleinen Bergsee, der wie alles Wasser da oben eisig kalt war, aber trotz der zumindest Nachts vorherrschenden Minusgrade nicht gefrohren war. Dieses kleine Stück laufen hat mich so sehr angestrengt wie kein anderer Tag bisher. Nachmittag hieß es dann einfach schlafen, zusammensitzen und unterhalten und nach dem sehr frühen Abendessen wieder schlafen gehen.
Dafür sind wir am nächsten "Morgen" um 1.30 Uhr aufgestanden und dann mit Taschenlampen los zum Gipfel gelaufen.
Diese Strecke war schon ziemlich anstrengend, da wir langsam gelaufen sind ging es jedoch sehr gut für mich.
Zwei aus unserer Gruppe hatten kruzvorm Gipfel dann schon einige Probleme und hätten fast aufgegeben.
Wir sind dann aber fast alle noch kurz vor Sonnenaufgang am Gipfel angekommen und konnten die Aufgehende Sonne von Oben genießen. Es ist einfach ein überwältigendes Gefühl da oben auf einem Berggipfel zu stehen, rundherum nur nach unten zu gucken und sich einfach zu freuen dass man angekommen ist!!! auch die Bergketten die sich nach allen Seiten verliefen sehen einfach wunderbar aus. Die Sicht war leider nicht ganz so gut wie erwartet, sonst hätte man im Süden den Kilimanjaro in Tansania sehen können.
Oben auf dem Gipfel haben wir noch Lornas Geburtstag gefeiert, sogar mit einem kleinen Kuchen den Stella und ich zusammen mit den Hochzeitskuchen gebacken hatten.

Dann begann der Abstieg, für mich viel zu früh, ich hätte noch ewig da oben stehen bleiben und einfach genießen können. Da es am anfang recht steil war wurde der Abstieg auch nochmal recht anstrengend. Als wir gegen 9.30 Uhr alle wieder im Mackinders Camp waren bekamen wir erstmal Frühstück, wie immer einfach Klasse!
Danach ging es weiter bis runter zu unserem ersten Camp, wo uns ein Jeep abgeholt hat. Den Weg zwischen den beiden Camps bin ich mit Benjamin und Isaiah mit Patrik, einem unserer Träger mitgelaufen. Diese Träger sind einfach extrem! Sie schleppen einen riesigen, schweren Ruchsack, teilweise mit sehr schlechter Gewichtsverteilung auf dem Rücken und laufen dann ein Tempo, was schon eher rennen als laufen ist. Zum Glück hat Patrik mit uns drei pausen auf dem Weg eingelegt, im Gegensatz zu den anderen Trägern, die die Strecke von ca 16km in etwa zwei Stunden runtergerannt sind. Wir sind mit Patrik 1,5 Stunden Später angekommen, und die anderen nochmal mindestens eine Stunde später. Das ich mit Patrik mitgerannt bin hat mir in den nächsten drei Tagen ganz schönen Muskelkater eingebracht, es sieht dann einfach total komisch aus, wenn man versucht Treppen runterzugehen :)

Als wir wieder im St. Stephens angekommen sind, gab es gleich mal wieder einen Schock: Karanja, einer der zehnjährigen Jungs, die wirklich von der Straße kommen, war offenbar am Tag zuvor weggelaufen und wurde an diesem Tag total zugedröhnt (er hatte eine Flache Klebstoff dabei, was fast alle Straßenjungs schnüffeln..., hatte aber wahrscheinlich noch Alkohol oder sonstwas intus) am Tor von st. Stephens aufgefunden. Wir haben ihn dann erstmal etwas zu essen besorgt, ihn gewaschen und dann gezwungen etwas zu schlafen. Von den Angestellten kam da mal wieder keine wirkliche Reaktion, was uns drei Mzungus ganz schön aufgeregt hat.
Bei Karanja ist es das zweite Mal das er einfach wegläuft, er kam aber bisher immer von selbst wieder.
Am Abend hatte er sich schon wieder mit den Kindern zusammengetan und es ging ihm schon viel besser. Es war einfach toll zu sehen, dass es ihm wieder ganz gut geht, nachdem wir ihn  so zugedröhnt gesehen hatten.

Das wars erstmal bis hierher.
aber es gibt jetzt hier auf dem Blog eine weitere Spalte (oben neben "Startseite" und "Über mich" -> "Urlaub") wo mein erster Bericht über meine langen urlaub im April zu finden ist.

Bilder werden bald nachgereicht.

Liebe Grüße
Philipp

Sonntag, 15. Mai 2011

Was bisher geschah...

Innzwischen ist es schon eine ganze weile her, dass ich das letzte Mal über das laufende Geschehen berichtet habe. Inzwischen ist wirklich so einiges passiert.
Im St. Stephens hat sich für mich etwas recht grundlegend verändert: James mit dem ich oft in der Schreinerei
gearbeitet habe, hat Embu im Januar verlassen um für ein ganz anderes Projekt (mit wesentlich besseren
Zukunftsaussichten für ihn) zu arbeiten. Das heißt, ich habe eine meiner Hauptaufgaben verloren. Und ich habe auch einen sehr guten und netten Kollegen dadurch verloren, genauso wie meinen Billard-Partner...
Nachdem ich also erstmal recht wenig zu tun hatte, habe ich inzwischen wieder einige Aufgabenbereiche gefunden.

Eine der Dinge die etwas ungewöhnlich waren, ist, dass wir seit Januar für etwa zwei Monate kein Wasser mehr in der Leitung hatten. Außerdem hatte es bis zu meinem Zweischenseminar im März nicht mehr geregnet, weshalb alles total staubig und trocken ist.Einmal bin ich auf einer Straße gefahren, wo der Staub mindestens fünf Zentimeter hoch lag. ach so einer langen Zeit ohne Leitungswasser und Regen waren die Tanks im St. Stephens (sogar die beiden riesigen unterirdischen) leer oder zumindest fast leer. Die Küche hat leider keinen Anschluss zu einem der Tanks, weshalb ich in letzter Zeit jeden Tag Wasser in 20l Eimern zur Küche geschleppt habe. Kurz bevor Stella und ich zum Zwischenseminar gefahren sind, wurde endlich mal die schn seit langem vorgesehene Pumpe in unserem 60 feet (ca 20m) tiefen Bohrloch installiert. Nur der elektrische Anschluss hat noch gefehlt. Nach dem Seminar hat mich in Bezug auf die Pumpe eine Enttäuschung erwartet: sie pumpte einfach kein Wasser. Erst wurde es darauf geschoben, dass vielleicht der Durchmesser der verwendeten Rohre zu groß war und deshalb nicht genügent Druck aufgebaut werden konnte um das Wasser in den Tank welcher nochmal ca 5m über dem Boden steht zu pumpen. Also wurde am Montag darauf alles wieder abgebaut und nochmal mit dünneren Rohren installiert. Als alles fertig war, Strom angeschlossen war und erwartungsvoll der schalter betätigt wurde mussten wir wieder feststellen, dass sich absolut nichts tut. Nur ein dumpfes Brummen aus dem Bohrloch. Also gleich nochmal alles abgebaut und die Pumpe rausgeholt, in ein Fass Wasser gestellt und nochmal laufen lassen. Wieder nur ein Brummen. Wir dachten schon, die Pumpe wäre kaputt, dann kam jemand auf die Idee die Pumpe an einer anderen Stelle an den Strom anzuschließen. Bis zu diesem Tag gab es überall im St. Stephen´s unterschiedlich starke Steckdosen was die mögliche Leistung betrifft. Und siehe da: die Pumpe läuft wunderbar! Also weiter nach dem Fehler suchen. Nachdem wir sämtliche schalterkästen geöffnet und untersucht hatten stellte sich heraus, dass im ersten Kasten einer der
Anschlüsse weggebrannt war und folglich in allen folgenden Kästen viel weniger Leistung zur Verfügung stand.
Letztendlich haben wir die Pumpe noch an diesem Tag zum laufen gebracht und schon am Abend endlich wieder Wasser aus der Leitung.Nachdem ich gezwungener Maßen zwei Monate mit nem Eimer Wasser geduscht hatte war das schon schön, wiedermal eine "normale" Dusche zu haben :).

Am 27. Februar hab ich den zweiten Kindergeburtstag mit den Kindern gefeiert. Da Stella nicht da war (sie hat gerade Ruben und Julian im Masailand bei Ilpartimaro besucht) musste ich das ganze alleine organisieren, aber zum Glück haben mir Purity und Paul, die zur Zeit ältesten Kinder im Heim geholfen, sonst wäre das ganze einfach unmöglich gewesen.
Im Januar hatten wir das Problem, dass wir uns nicht vorher mit den Kirchenverantwortlichen, die unsere Halle als Kirchenraum nutzen abgesprochen, und konnten demnach die Musikanlage nicht bekommen. Außerdem war die Absprache mit der Küche etwas schlecht. DAs habe ich diesmal zum Glück besser hinbekommen. Paul hat den ganzen Musikkram erledigt wodurch bei den Kindern natürlich eindeutig mehr Stimmung aufkam (Im Januar sind iwr dann notgedrungen auf meine Box ausgewichen, die für die Dinninghall aber einfach zu klein ist um ordentlich Sound zu erzeugen)Auch mit der Küche hab ich mich diesmal etwas besser abgesprochen, wodurch ich das Abendessen gut mit in das ganze Programm einbinden konnte. beim letzen Mal gab es dann eine unschöne geschriehene Unterbrechung das die Kinder jetzt sofort essen gehen müssten...

Das einzige Problem gab es leider, weil etwas zu wenig Popkorn und so gekauft hatte. Deshalb musste ich dann für einige Kinder auf Bonbons und so umsteigen, was die einige andere dann wieder ungerecht fanden...
Und Martin und John-Marc haben sich am abend dann noch gezofft, wobei der kleine martin offenbar ganz schön was abgekriegt hat...
Ansonsten war es aber ein recht gelungener Tag, auch wenn es ganz schön stressig war und ich am Abend dann auch etwas heiser war :)

Auch die weiteren Geburtstage, die inzwischen gefeiert wurden (es sind ja inz´wischen schon wieder zwei weitere Monate rum) sind toll verlaufen, und ich glaube, dass wir den Kindern damit schon eine große Freude bereiten. Ich werde auch fast jede Woche gefragt, ob am Sonntag wieder eine Party ist :)

Im März war dann am 4. meine offizielle Halbzeit hier in Kenia, auch wenn das ganze absolut unspektakulär war,ein ganz normaler Tag wie jeder andere. War nur ganz lustig mal zu wissen, dass ich da schon genau ein halbes Jahr in Kenia war, auch wenn es mir niemals so vorkam.

Ab dem 17.03. war dann Zwischenseminar, auf das ich mich schon eine Weile gefreut hatte. Also Donnerstag früh in Ruhe gefrühtückt, Rucksack gepackt, verabschiedet und dann per Matatu nach Nairobi. Dort haben wir uns schon in der Stadt mit einigen anderen Freiwilligen getroffen und sind dann zuammen zu unserem "Hotel", dem "Rosa Mystica Spiritual Centre" gefahren. Und der Name passt absolut, denn das gesamte Gebäude ist rosa gestrichen, sogar innen sind die meisten Wände rosa...Wie ich schon von Jonas am Telefon erfahren hatte ist das ganze recht luxoriös. Jedenfalls wenn man es mit den Verhältnissen vergleicht in denen die meisten Freiwilligen leben.Es gab absolut tolles Essen, was auch recht europäisch war. Und es gab WARME Duschen!!! (Das letzte Mal das ich warm geduscht habe war im Februar als ich bei Jonas in Nairobi war, und vorher kann  ich mich nicht wirklich dran erinnern, und zuletzt hatte ich ja nur noch mit Wassereimer geduscht :) )
Das Seminar war einfach toll. Wir hatten einfach ein tolles Seminar. Viele Probleme, z.B. unser Koordinator und Mentor David, mit dem wir vier in Embu auch so einiges wegen unserem Wohnungsproblem hatten wurden besprochen, Lösungen gesucht und für vieles auch gefunden. Außerdem wurde diskutiert, wie man die eigene Projektarbeit vielleicht noch verbessern könnte oder auch was für Projekte man vielleicht starten könnte.
Viele der anderen Freiwilligen haben schon recht große Projekte mit Hilfe von Spendengeldern auf die Beine gestellt. Zum Beispiel wurden Gewächshäuser und Hühnerställe gebaut, kleine Bibliotheken gestartet, Schlafräume neu gestrichen und sogar ein neuer Klassenraum ist in Planung. Einerseits ist finde ich das großartig dass man sowas auf die Beine stellen kann. Andererseits kam bei allen Teilnehmern auch die Frage auf, ob es wirklich der Sinn eines Freiwilligen ist, mit Massen an Spendengeldern (bei eingen geht das schon fast auf die ZEHNTAUSEND zu) etwas aufzubauen, oder böse gesagt, sich eine Art Denkmal im Projekt zu setzten. Schön dargestellt hatte Philip (unser Seminarleiter) das ganze mit dem Vergleich zu einem Puppenhaus wo man "von oben" alles so zurechtrückt und ausgestaltet wie man will:
"...und hier noch eine neue Farbe, da noch der neue Raum, hier noch ein bisschen dies, ein bisschen das...".

Dieser Aspekt fällt bei Stella und mir ja eigentlich komplett weg, da hier ja wirklich alles (jedenfalls was Gebäude und Grundstücksgröße angeht) im Überfluss vorhanden ist. hier im St Stephen´s ist es viel mehr das Problem die laufend nötigen Gelder zusammenzukriegen (wobei ich inzwischen glaube, dass die vorhandenen Resourcen auch besser genutzt werden könnten...).
Ein weiterer toller Teil im Seminar war einfach das Zusammensein mit anderen Freiwilligen, der Austausch über Probleme und Erfolge, einfach die ganzen erzählten Geschichten, insgesamt also eigentlich genug Gründe um sich auf das Nachbereitungsseminar in Deutschland zu freuen.


Nach dem Seminar hatte ich auch nur eine Woche im St. Stephens zu tun, wo z.B. das oben genannte Pumpenprojekt fertiggestellt wurde.Danach habe ich mich schon wieder für einen halben Monat vom St. Stephen´s verabschiedet um die erste Hälfte vom April zusammen mit Jonas aus Nairobi den westlichen Teil Kenias unsicher zu machen. Über diesen einfach wunderschönen Urlaub (auch wenn ich nicht sagen kann, sonderlich entspannt und erholt wiedergekommen zu sein, da wir die ganze Zeit unterwegs waren) werde ich hier noch anders berichten (vorausgesetzt, ich schaffe es wieder meinen innernen  Schweinehund zu überwinden und mich zum Berichte schrieben an die Tastatur zu setzen).

Nach meinem Urlaub waren ja immernoch einen halben Monat Ferien, es waren also mal wieder auch viele große Kinder im St. Stephen´s. Es ist auch einfach schön wenn auch tagsüber Kinder da sind, man kann einfach viel mehr machen.Ein großer Aspekt meiner Arbeit ist seit den Ferien die Nachhilfe. Dabei habe ich gemerkt, wie anstrengend es sein kann zu unterrichten. Außerdem habe ich einige Zweifel am kenianischen Schulsystem bekommen. Bei uns hat fast die Hälfte aller Kinder Probleme mit Mathe... (und das kann ja keine allgemeine Krankheit oder ein Genfehler sein...).
Zur Zeit konzentriere ich mich auf zwei oder drei, aber ich glaube, Hilfe hätten einige nötig.
Das merkt man besonders wenn man bei der Hausaufgabenhilfe an ner einfachen Aufgabe z.B. für Multiplizieren sitzt und die es einfach nicht ausrechnen können.Sowas wie Malfolgen lernen ist hier absolut Fehlanzeigem, deshalb versuche ich gerade einigen die Malfolgen etwas beizubringen.
Ein für mich recht witziger Aspekt ist, dass ich jetzt auch "Schönschriftunterricht" gebe.Und das mit Silas aus der dritten Klasse. Angefangen habe ich mit ihm auch wegen Mathe, und ich muss sagen, bei ihm hab ich immer wieder ein paar kleine Erfolgserlebnisse (was mich auch manchmal sehr über die Verzweiflung hinwegbringt, dass viele in der siebten oder achten Klasse immernoch schlecht oder gar nicht Kopfrechnen können .Ich werde auch immermal komisch angeguckt wenn ich Ergebnisse nach kruzer Zeit einfach hinschreiben kann wärend die noch versuchen es schriftlich hinzukriegen (andererseits bin ich schon froh, wenn sie wenigstens schriftlich rechnen und für vier mal sechs nicht vier Reihen mit je sechs punkten malen und dann abzählen...)

Eines Abends meinte Silas zu mir, ob ich ihm mit seiner Handschrift helfen könnte, die wirklich recht krakelig und wirr aussieht. Ich glaube, Silas hat einfach dass Problem, dass er Linkshänder ist. Er schreibt zwar mit links, aber fängt die Buchstaben oft auf der falschen seite an, manchmal wirds dann auch Spigelschrift... Und ich glaube, dass sich hier da auch keiner so richtig drum kümmert, oder es nochmal für ihn als Linkshänder zeigt und aufpasst, dass keine Spiegelschrift rauskommt. Deshalb übe ich jetzt immer mit ihm "schön" schreiben :)
Irgentwann Ende April hat eine unserer Kühe (die schon seit wir hier sind trächtig war) den ganzen Abend
ununterbrochen gemuht. Letztendlich hat das St Stephen´s irgentwann in der Nacht einen neuen Bewohner, einen zukünftigen Stier bekommen.Seit dem wird auch jeden Tag gemolken und einmal habe ich mich sogar (mehr oder weniger erfolgreich) versucht :)

Inzwischen hat heir auch wieder die Regenzeit begonnen. Tagsüber ist es meistens trocken, aber nachts regnet es oft in Strömen. Das bedeutet wieder schlammige und extrem rutschige Straßen. Einmal habe ich ein Auto "fahren" gesehen von dem man meinen konnte, er würde driften üben, auch wenn er einfach nur geradeaus wollte. Das auto rutschte von einer Straßenseite auf die andere, drehte sich einige Male im Kreis, kam dann gar nicht mehr vom Fleck was wahrscheinlich auch sehr an dem Alter des Autos und dem Hinterradantrieb lag. Letztendlich habe ich es dann zusammen mit einem anderen Passantan noch ca 50m geschoben, damit der der Fahrer irgentwann sein Ziel erreicht...

Ein anderes Problem ist gerade, dass unser Dach welches nur aus Beton besteht ein paar Risse hat und dort das Wasser reintropft. Inzwischen haben ein paar Maurer da auch schon was gemacht, mal sehen wie es den nächsten Regenguss übersteht.

Und trotz Regenzeit muss ich jetzt wieder mit nem Wassereimer duschen. Nach einer starken Regennacht ist nämlich die Grenzmauer zu unserem Nachbarn eingefallen, und die ganze Erde hinter der Mauer hat angefangen sich zu bewegen. Deshalb haben wir auch schon angefangen ein paar Toilletenhäuschen abzureißen. Dummerweise steht auf diesem Fleck Erde auch der Turm mit dem Hauptwassertank der von der Pumpe befüllt wird und das Wasser an alle anderen Tanks wseiterleitet. Der Turm steht schon leicht schief und man kann es eifnach niht riskieren, dass zwei tonnen Wassertank auf das Nachbarhaus fallen... Also Wasser ablassen und anfangen das ganze zu demontieren. Wo es danach wieder aufgebaut wird muss erst noch diskutiert werden, und das kann dauern! Ich weis nicht einaml ob ich das hier noch miterleben werde...


Und wir haben seit kurzem eine neue Freiwillige. Lorna aus Großbritannien. Sie ist für zwei Monate hier und hat jetzt auch schon mit den selben Problemen wie wir zu kämpfen: die übermäßige "Besorgtheit" unserer Chefin. Sie darf nirgentwohin ohne einen Angestellten gehen mit der Begründung, dass sie sich ja mit Kenia noch nicht auskennt und hier ja erstmal wie ein "Neugeborenes" ist (dabei kann sie natürlich auch nichts lernen wenn sie nirgentwo hin darf...) Und natärlich die Langeweile, denn eine Aufgabe hat sie noch weniger als Stella und ich. Ich hoffe ja für sie, dass sich das noch ändert.


Am 4. Mai war ich dann schon acht Monate hier. Zwei Drittel der Zeit sind also schon wieder um, und so langsam kommt auch immer wieder der Gedanke daran auf, dass meine Zeit hier bald schon wieder um ist. Und je näher man diesem Termin kommt, desto zwigespaltener werden die Gefühle darüber.
Einerseits freue ich mich schon sehr wieder aus Deutschland, auf alles was mich dort wieder erwartet, besonders auch auf mein bevorstehendes Studium.
Andererseits weis ich schon jetzt bei den vielen schönen Momenten, dass ich auch vieles vermissen werde und mir der Abschied von einigen Leuten auch nicht ganz leicht fallen wird. Aber vielleicht sollte ich darüber noch nicht zu sehr nachdenken, erstmal hab ich ja noch drei Monate hier vor mir :)
Nächstes Wochenende will ich mit Jonas nach Thika, zu den 14 Falls, ein paar richtig tollen Wasserfällen. am
Wochenende danach beginnt schon meine Mt. Kenya Expedition, zusammen mit den Mädels hier in Embu und noch ein paar anderen Freiwilligen.

Hoffentloch kriege ich es mal hin, noch ein paar Urlaubsberichte zu schreiben...
Liebe Grüße aus Embu

Philipp

Donnerstag, 24. März 2011

Dienstag, 22. März 2011

Schon wieder ein Reisebericht...


Sonntag den 6. März haben Jonas und ich uns aufgemacht um uns die Wasserfälle in Runyenjes anzugucken.
Jonas kam Samstag Nachmittag an und wir waren noch kurz im St. Stephens. Die Kinder dort waren total begeistert und total aus dem Häuschen das Jonas Kiswahili kann. Er konnte sich wirklich kurz mit den Kindern auf Kiswahili unterhalten. Da kam dann natürlich sofort die Frage, warum Stella und ich nicht so Kiswahili sprechen können...

Sonntag sind wir nach einem ausgedehnten Frühstück per Matatu los nach Runyenjes, was nur etwa eine halbe Stunde Richtung Meru entfernt liegt. Dort sind wir kurzer Hand (nach der Auskunft des Matatufahrers) in die falsche Richtung gelaufen. Wir haben uns dann nur gewundert, dass alle Leute die wir (oder eher Jonas mit Kiswahili) gefragt haben, gelacht haben, bis uns schließlich jemand klarmachen konnte, dass wir einfach in die falsche Richtung gelaufen sind...
Also zurück zur Hauptstraße.
Dort haben wir uns nur noch ein klein wenig Wegzehrung gekauft und sind dann mit zwei etwa zehn Jahr alten Jungs als Führer los in Richtung der Wasserfälle.
Nach einem recht abenteuerlichen Abstieg einen Berg runter waren wir am ersten „Wasserfall“ welcher jedoch auf einem sehr kleinen Bach beruhte, weshalb dieser nicht so spektakulär war.
Gleich daneben war eine kleine Höhle, in der wir unsere ersten Fledermäuse entdeckt haben.
Nachdem wir uns das ganze nochmal von oben angeschaut haben sind wir, erneut auf recht abenteuerlichen Wegen weiter zum großen Wasserfall.
Wir haben ihn dann schon von weitem gesehen und sind dann nach ner Weile runter zu dem Bach und dann dort entlang Richtung Wasserfall weitergelaufen.
Kurz vor unserem Ziel ist das ganze dann in einigen kleinen Kletteraktionen ausgeartet, also immer recht nah am Wasser und teilweise auf etwas rutschigen Steinen. Dort angekommen war es ein wunderbares Gefühl: Einfach tolle Wetter, nur ein paar Schäfchenwolken am Himmel, rundherum alles in intensivem Grün und das Wasserrauschen dazu, die Sonne, die sich im Wasserfall spiegelt, insgesamt einfach total toll, einfach eine Weile dort auf nem Stein zu sitzen und das alles zu genießen. Danach sind wir mit den beiden Jungs hinter den Wasserfall geklettert, also unter den Felsvorsprung.
Dort hingen hunderte von Fledermäusen, die über unsere Ankunft wahrscheinlich eher weniger erfreut waren, besonders, da die Jungs anfingen sie mit Steinen aufzuscheuchen. Ein einzigartiges Schauspiel, die ganzen Fledermäuse zu sehen die sich allesamt aufmachten um unter dem nächsten Felsvorsprung einen neuen Platz zu finden...

Danach sind wir rechts vom Wasserfall eher hochgeklettert als gelaufen, denn der Anstieg war mindestens 70° :), haben nochmal am Wasserfall von oben über den Vorsprung geguckt und sind danach wieder in aller Ruhe zur Straße zurück gelaufen. Dort haben wir uns jeder erstmal ne Sprite gegönnt, denn die ganze Kletterei war bei der Hitze schon anstrengend...

Zurück in Embu haben wir noch in Ruhe Fotos ausgetauscht und sind dann zur Matatustation gelaufen da Jonas noch nach Nairobi zurück musste.

Manchmal ist es einfach notwendig mal ein Wochenende blau zu machen um aus dem Alltagstrott rauszukommen. (Auch das WG-Leben wird nach so nem Wochenende Auszeit immer wieder erheblich einfacher...)

Samstag, 19. März 2011

Freitag, 18. März 2011

Lake Magadi

Hier kommt nun die Auflösung meines Rätsels: es ist der Lake Magadi und die „Magadi-Soda-Company“, welchen ich am 20. Februar besucht habe.
Am Samstag den 19. bin ich nach Nairobi um mich dort mit Jonas zu treffen. Ihn kenne ich noch vom Vorbereitungsseminar und er arbeitet als Lehrer auf einer Art Farm für Straßenjungen.
Gegen Mittag bin ich nach mindestens drei Stunden im Matatu (kurz vor Nairobi war wiedermal Stau) in Nairobi angekommen und hab dort erstmal mit Jonas nen leckeren Burger in mich reingefuttert (sowas ist in Embu einfach nicht zu finden). Danach sind wir zu Jonas´Unterkunft in Nairobi, haben uns erstmal ausgeruht (er kam gerade von der Farm, die etwas außerhalb liegt und eher schwierig zu erreichen ist). Zusammen mit Max, seinem Projektpartner lebt Jonas in einem absolut reichen Viertel. Dort sieht man an jeder Straße nen Watchman stehen, die Autos die dort rumfahren sind alle ziemlich neu und teuer und natürlich ist alles im besten Zustand (was man sonst von den Straßen nur bedingt behaupten kann...). Wir sind noch kurz zum Markt gelaufen, von wo es auch nur noch ein paar Meter zum nächsten Slum ist (Die Häuser in der nächsten Straße waren schon überall mit Stacheldraht und Stahlnetzen an den Fenstern abgesichert).

Nach dem Abendessen sind wir nochmal in die Stadt um zusammen mit einer Bekannten von
den beiden in den Luna Park zu gehen, einem ganz kleinen Freizeitpark.
In der Stadt haben wir dann noch mindestens eine Stunde auf die Bekannte gewartet und dabei von nem Parkhaus aus die Stadt von oben betrachtet. War einfach ein tolles Gefühl, nach einigen Monaten Kleinstadt mal wieder richtig Großstadtluft um die Nase zu spüren.
Im Luna-Park haben wir den „Bananaboat-Ride“ probiert. Absoluter Adrenalinstoß aber es hat sich auch ziemlich auf den Magen ausgewirkt :)

Sonntag früh sind wir schon gegen 7.30 losgefahren, zum Lake Magadi.
Die meiste Zeit im Matatu mit einigen Umstiegen, von Nairobi Richtung Süden. Südlich von Nairobi ist das meiste Land von Massai bewohnt. So saßen auch bei uns zwei Massai in traditioneller Kleidung mit im Matatu. Auch wenn es auf dem Bild so aussieht, als könnte das ganze auch ein Schneelandschaft sein, sind in Magadi mindestens 30° C gewesen, wo man sich etwas Schnee als Abkühlung sehr gewünscht hätte. Das ganze weiße Zeug sind die Ablagerungen von Natriumcarbonat (englisch Sodiumcarbonit), was in dem sogenannten See zusammen mit Natriumchlorid einfach massig vorkommt. Nicht umsonst ist Magadi die zweitgrößte Sodaquelle der Welt. Es ist jedoch manchmal fragwürdig ob man den „See“ als solchen bezeichnen kann, denn der größte Teil der Fläche ist mit einer Meterdicken Salzkruste bedeckt, „wodurch selbst das Tote Meer wie eine läpprige Brühe erscheint“ (Zitat aus dem Reiseführer). Schon nach wenigen Minuten in Magadi hat sich sofort einer zu uns gesellt und wollte uns alles zeigen. Als Mzungu ist man eben sofort als potenzielle Einnahmequelle interessant. Ich muss aber sagen, dass das in dem Fall ganz gut war, denn ich glaube ohne unseren „Anführer“ hätten wir und eher nicht auf die Salzdecke des Sees gewagt. Das das absolut unbedenklich ist, haben wir aber schnell gesehen, da die Soda-Company die Salzdecke sogar mit schweren Geländewagen befährt.Wenn man sich einen einzelnen Klumpen naeher anschaut, dann kann man die ganzen einzelnen Kristalle sehen! Ich glaueb, Opi Wolfgang haette sich da auch wohlgefuehlt...
 Insgesamt ist der Lake Magadi und rundherum größtenteils weiß. Der Ort Magadi besteht nur aus ein paar Wohnblocks und ein paar einzelnen Häusern, einer Tankstelle, einem Fleischer, einem Tante-Emma-Laden, zwei kleinen Restaurants, einer kleinen Kirche und natürlich der Soda-Fabrik, welche auch schon etwas in die Jahre gekommen aussieht.
Aber auch diese absolut trostlose Landschaft hat irgendwie einen gewissen Reiz (wenn man die Hitze noch etwas runterregeln könnte wäre es noch schöner)

Eigentlich wollten Jonas und ich noch zu den heißen Quellen an der Südseite des Sees aber erst haben wir einfach keinen vernünftigen Preis aushandeln können und später meinten alle Fahrer, es sei kein Benzin mehr an der Tankstelle und man müsse auf den Tanklaster warten.
Also mussten wir diesen Punkt in unserer Reiseplanung auslassen und haben uns auf den Rückweg gemacht.
Unterwegs wollte ich eigentlich noch einige Fotos von der Landschaft machen, besonders auch von den vielen riesigen Termitenhuegeln, jedoch sind viele Ergebnisse an der getönten und verschmierten Fensterscheibe des Matatus gescheitert....
In Nairobi sind wir genau in den Feierabendverkehr hineingeraten was uns natürlich noch einiges an Wartezeit im Stau beschert hat.
Eigentlich wollte ich noch am Sonntag Abend zurückfahren, jedoch hatte ich nach dem Stau absolut keine Lust mehr auf den Stress und dann nochmal drei Stunden Matatu. Also hab ich mit Jonas noch in aller Ruhe Fotos und ein paar Filme (für langweilige Momente in Embu) ausgetauscht und auch schon unseren nächsten Ausflug geplant.Also hab ich noch eine Nacht im kalten Nairobi verbracht und bin dann Montag Vormittag zurückgefahren.

Freitag, 11. März 2011

Rätselfrage...

Mal eine kleine Frage (bitte per Kommentar beantworten)

Wo, oder was könnte das sein?

Freitag, 11. Februar 2011

Schon wieder ein Monat vorbei??!!!!


Irgendwie ist es manchmal komisch mit dem Zeitgefühl.
Im Januar ist eigentlich nicht viel passiert und ich hab mich fast jeden Tag gefragt, was ich wohl am nächsten Tag mache. Denn zur Zeit ist der Wood-Workshop meiste geschlossen. Unsere Tischkreissäge +Hobel ist seit Dezember kaputt und es sieht so aus, als würde es noch eine Weile dauern, bis sich wirklich irgendwas tut. Deswegen arbeitet James zur Zeit wieder als Taxifahrer um sich über Wasser zu halten, denn ohne Kreissäge und Hobel kann man fast nichts machen.

Aber auch wenn ich keine feste Tätigkeit hier habe und mir immer wieder ne neue Arbeit suchen muss ist die Zeit im Nachhinein wieder einfach weg! Da trifft wieder richtig zu, was mir Eva neulich geschrieben hat: Die Zeit geht wie immer zähfließend vor sich hin, aber zurückblickend scheint sie wie im Flug vergangen.

Seit Anfang Januar kann ich hier wieder richtig ordentlich Musik hören. Ich hatte mir schon eine Weile zuvor einen kleinen Verstärker gekauft um so einen Lautsprecher an meinen Laptop anschließen zu können, so richtig hat es jedoch nicht funktioniert. Mit einem anderen Kabel hat es jedoch gut funktioniert. Fehlte nur noch der Lautsprecher. James hat mir einen alten kleinen gegeben den er übrig hatte. Am Tag danach haben wir noch ne Box rundherum gebaut und siehe da: der Kleine bringt einen recht schönen Klang! Einfach toll nach einigen Monaten nur mit Laptopboxen (ohne jeglichen Bass).

John wollte ihn auch nochmal austesten, was wir auch in seinem Haus gemacht haben. Danach hab ich noch ein bisschen mit Julius (einem der älteren Jungen, der jetzt in der 11 Klasse ist) herumgesessen und irgendwie bin ich drauf gekommen, ihn zu fragen, ob man einen Lautsprecher auch als Mikrofon verwenden könnte. Da er mir das nicht so ganz glauben wollte konnte ich es ihm mit meinem und Johns Lautsprecher beweisen. Nachdem die Tage zuvor nichts los war, war das wie ein kleines Erfolgserlebnis :)

Ein paar Tage später hab ich mit den größeren Jungs zusammen die Müllgrube wieder ausgehoben.
Etwa 1,5x1,5x1,8m. Hier wird so gut wie alles per Hand geschaufelt. Zum Beispiel auch die etwa 1.80 tiefen Fundamente für ein Steinhaus: ein paar Männer mit Schaufeln ersetzen hier jeden Bagger!!!



Am Sonntag dem 30. 01. haben wir mit den Kindern „Geburtstag“ für die Kinder die (laut nachträglich ausgestellter Geburtsurkunde) im Januar Geburtstag hatten. Dabei konnten wir froh sein das Stephen, der auch Geburtstag hatte uns etwas mit geholfen hat und die Kinder bei Spielen z.B. Stuhlpolonaise angeleitet hat, da es mit den Kleineren mit Englisch einfach sehr schlecht klappt...
Wir haben Saft und Kuchen und Kekse besorgt und insgesamt denke ich dass es schon ein kleiner Erfolg war und wir allen eine kleine Freude bereiten konnten.






Letzte Woche Donnerstag war mal wieder nichts zu tun, also bin ich mal wieder David den Kunstschnitzer besuchen gegangen. Dort habe ich an meiner kleinen Giraffe weiter geschnitzt, da der Kopf jedoch wieder abgebrochen ist habe ich noch diesen lustigen Gefährten aus nem Kuhhorn gemacht:
Seit letzter Woche habe ich jetzt jeden Abend eine neue Aufgabe: den Kindern bei den Hausaufgaben helfen. Dabei beschränkt sich das bei mir auf Mathe. Manchmal ist es zwar schwierig, alles auf Englisch zu erklären, aber meistens klappt es ganz gut und es macht mir auch recht viel Spaß. Außerdem denke ich, dass es ganz gut ist wenn ich nicht total aus der Übung komme was Mathe angeht...


Und gestern hatten wir unsere erste Kiswahili-Stunde.
Im nachhinein muss ich sagen, wir hätten damit schon viel früher anfangen sollen, aber wir haben uns alle nicht so richtig drum gekümmert... 
Jetzt haben wir ne ganz Junge "Lehrerin", Esther, die eigentlich Stdentin ist, aber auch schon einigen anderen Unterricht gegeben hat. Gestern war es erstmal ein schöner Berg Vokabeln. Aber es gibt ja leider keinen anderen Weg num sich nen kleinen GRundwortschatz aufzubauen. Die Grammatik kommt dann noch...(HILFE!!)
Ab jetzt machen wir jeden Montag, Mittwoch und Freitag nachmittags zwei Stunden Unterricht.
Ich bin gespannt wie wir vorankommen:)

Nächstes Wochenende will ich mit Jonas aus Nairobi nen Ausflug machen. Ich freue mich drauf!

Grüße aus Embu







Donnerstag, 20. Januar 2011

Bilder...

Hallo an alle!
hier gibt es mal wieder ein Paar Bilder aus Kenia:
http://www.flickr.com/photos/54873857@N03/sets/

Viel Spaß beim angucken
euer Philipp

Donnerstag, 6. Januar 2011

Frohes Neues!!!

Erst einmal allen noch ein frohes, gesundes, glückliches, usw..., neues Jahr!
Erstmal haben wir ein ganz tolles Weihnachten in Embu insgesamt zu zehnt (mit Ruben und Julian aus einem Masaidorf, Luisa und Sarah aus Mombasa und Stefan und Dennis, den Freunden von Stella und Melli) gefeiert, ganz leckere Käsespätzle gegessen und gewichtelt.
Von den anderen Freiwilligen haben wir einen kleinen Weihnachtsmann mit Namen „Ignatz von und zu Ugali“ bekommen.





Am 25. war ich erst mit den Kindern von Toto-Love Klavierspielen und dann noch in der NAK. Dort Waren wir insgesamt zu elft (davon fünf Kinder) im Gottesdienst, da alle anderen irgendwo hingefahren sind um ihre Familien zu besuchen. Das ist hier in Kenia allgemein so üblich, weswegen um die Weihnachtszeit auch alle Transportmöglichkeiten teurer werden. Am 26. haben wir im St. Stephens Spätzle mit Linsen und Würstchen gekocht. Leider haben den meisten die Spätzle nicht so gut geschmeckt wie wir gehofft hatten...
Am 27. hieß es dann: Rucksack packen und ab ins Matatu (was wie erwartet teurer war als sonst...)
Da wir eigentlich in nem Zehner-Matatu fahren wollten, es aber keine gab, haben wir acht Mzungus (Melanie und Dennis sind schon einen Tag früher gefahren) ein eigenes Matatu für acht Personen bekommen :) Für die umstehenden haben wir wahrscheinlich wie ne typische Reisegruppe von Touristen ausgesehen, vor allem alle in nem „privaten“ Auto! Kurz vor Nairobi hatten wir noch eine Reifenpanne, also alle mal aussteigen und Rad wechseln.
In Nairobi haben wir nur Kurz was gegessen und sind dann in den Bus nach Mombasa gestiegen.
Wir haben sogar einen ziemlich komfortablen erwischt, genau wie ein richtiger Reisebus. Da der Bus mindestens acht Stunden über Nacht fuhr, hab ich die meiste Zeit geschlafen.

In Mombasa haben wir uns in den paar Tagen die Altstadt und das Fort Jesus angeguckt, ein Fort, welches 1589 von den Portugiesen erbaut und in seiner Geschichte ständig zwischen Arabern und Portugiesen umkämpft war. Wir waren auch an dem Strand wo auch die meisten Kenianer hingehen,
aber auch am „Diani Beach“ ein recht berühmter Strand mit weißem San und vielen sauteuren Hotels. Einfach wunderbar auf weißem Sand zu liegen oder im badewannenwarmen Indischen Ozean zu planschen. Wir haben auch frische Kokosnüsse probiert und die „Kokosmilch“ getrunken.
Schmeckt gar nicht so schlecht, aber eigentlich gar nicht so richtig nach dem uns bekannten Kokosgeschmack.
Den einen Abend waren wir im Kino und haben uns Due Date, einen etwas sinnlosen aber einfach lustigen Film angeguckt.
Dann waren wir noch im Haller-Park, eine Art kenianischer Zoo mit Krokodilen, Giraffen, ganz vielen frei herumlaufenden Affen, Büffeln, Nilpferden, Antilopen und ner großen Galapagos-Schildkröte.
Auch waren wir auf dem Kongowea-Markt, wo Sachen ( ich glaube die meisten gebraucht, aus Europa und den USA) verkauft werden. Dort bin ich dummer Weise Opfer eines Taschendiebes geworden, der mir meine Brieftasche mit ca. 40€ und meiner Bankkarte geklaut hat...
Das war das einzig dumme an Mombasa...

Silvester haben wir am Diani Beach auf einer tollen (aber auch teuren) Party gefeiert. Einfach toll, die ganze Zeit tolle Musik, tolles Essen und Trinken, wer will an den Strand legen und ausruhen...
Und dann am ersten Morgen 2011 am Strand liegen und in den Sonnenaufgang gucken...herrlich!!!
Am Morgen bin ich dann nochmal ins Wasser gegangen und hatte dort eine sehr stachelige Begegnung: alles voller Seeigel! Und ich bin voll in einen reingetreten!
Da konnte ich mittags, als wir zu Hause waren noch ne ganze Weile in meinem Fuß pulen um die ganzen abgebrochenen Stachelstückchen rauszubekommen...
Den Rest des Tages haben wir einfach nur geschlafen (es war einfach notwendig nachdem wir Silvester durchgefeiert hatten :) )

Abends sind Julian und Ruben dann wieder nach Nairobi gefahren, Ruben hat offenbar die letzten zwei Tickets für diesen Abend nach Nairobi in ganz Mombasa bekommen. Sonst war alles ausgebucht.
Sonntag war ich mal in Mombasa in der Gemeinde in Kongowea (so heißt der Stadtteil), nachmittags nochmal am Strand das warme Wasser genießen und Abends bin ich mit Melli und Dennis wieder nach Nairobi gefahren. Die Busgesellschaft bei der ich noch drei Karten für diesen Abend bekommen konnte erschien mir im nach hinein so, als wäre sie nur mal schnell für die Silvesterzeit gegründet worden. Offenbar wurden Karten für zwei verschiedene Busse verkauft, aber keiner wusste so richtig welche Karten jetzt für welchen Bus waren.(ich weiß auch nicht genau, ob wir eigentlich im richtigen Bus saßen...). Einer hätte sich fast mit dem Busbegleiter wegen nem Sitzplatz geprügelt! Ich hab dann erstmal aufgeatmet als wir dann endlich losgefahren sind.
Der Bus selber war diesmal genau wie ein einfacher Stadtbus in Nairobi: unbequeme schmale Sitze und schlecht gefedert. Da fiel mir das schlafen die Nacht über etwas schwierig.
Folglich kam ich mit schmerzendem Hintern und steifem Nacken in Nairobi an.
Dort haben wir es uns erstmal so gemütlich wie möglich gemacht, was schwierig war, denn nach Mombasa kommt einem einfach alles eisig Kalt vor, und haben gewartet bis das Pizza-Inn aufmacht. Pizza essen gehört inzwischen fast zum Standart-Programm wenn ich in Nairobi bin :)
Und ich hab noch ein paar neue Teile für mein Fahrrad bekommen. Die Wahrscheinlichkeit, das zu bekommen wonach man sucht, ist in Nairobi etwa zehn mal so hoch wie in Embu :)

In Embu hab ich erstmal mein Fahrrad umgebaut, dann einen Tag einfach ausgeruht und nichts gemacht, und gestern war ich mal den ganzen Tag Fahrrad fahren und seit heute arbeite ich wieder.

Nochmal ganz liebe Grüße, jetzt wieder aus Embu
Philipp