Freitag, 18. März 2011

Lake Magadi

Hier kommt nun die Auflösung meines Rätsels: es ist der Lake Magadi und die „Magadi-Soda-Company“, welchen ich am 20. Februar besucht habe.
Am Samstag den 19. bin ich nach Nairobi um mich dort mit Jonas zu treffen. Ihn kenne ich noch vom Vorbereitungsseminar und er arbeitet als Lehrer auf einer Art Farm für Straßenjungen.
Gegen Mittag bin ich nach mindestens drei Stunden im Matatu (kurz vor Nairobi war wiedermal Stau) in Nairobi angekommen und hab dort erstmal mit Jonas nen leckeren Burger in mich reingefuttert (sowas ist in Embu einfach nicht zu finden). Danach sind wir zu Jonas´Unterkunft in Nairobi, haben uns erstmal ausgeruht (er kam gerade von der Farm, die etwas außerhalb liegt und eher schwierig zu erreichen ist). Zusammen mit Max, seinem Projektpartner lebt Jonas in einem absolut reichen Viertel. Dort sieht man an jeder Straße nen Watchman stehen, die Autos die dort rumfahren sind alle ziemlich neu und teuer und natürlich ist alles im besten Zustand (was man sonst von den Straßen nur bedingt behaupten kann...). Wir sind noch kurz zum Markt gelaufen, von wo es auch nur noch ein paar Meter zum nächsten Slum ist (Die Häuser in der nächsten Straße waren schon überall mit Stacheldraht und Stahlnetzen an den Fenstern abgesichert).

Nach dem Abendessen sind wir nochmal in die Stadt um zusammen mit einer Bekannten von
den beiden in den Luna Park zu gehen, einem ganz kleinen Freizeitpark.
In der Stadt haben wir dann noch mindestens eine Stunde auf die Bekannte gewartet und dabei von nem Parkhaus aus die Stadt von oben betrachtet. War einfach ein tolles Gefühl, nach einigen Monaten Kleinstadt mal wieder richtig Großstadtluft um die Nase zu spüren.
Im Luna-Park haben wir den „Bananaboat-Ride“ probiert. Absoluter Adrenalinstoß aber es hat sich auch ziemlich auf den Magen ausgewirkt :)

Sonntag früh sind wir schon gegen 7.30 losgefahren, zum Lake Magadi.
Die meiste Zeit im Matatu mit einigen Umstiegen, von Nairobi Richtung Süden. Südlich von Nairobi ist das meiste Land von Massai bewohnt. So saßen auch bei uns zwei Massai in traditioneller Kleidung mit im Matatu. Auch wenn es auf dem Bild so aussieht, als könnte das ganze auch ein Schneelandschaft sein, sind in Magadi mindestens 30° C gewesen, wo man sich etwas Schnee als Abkühlung sehr gewünscht hätte. Das ganze weiße Zeug sind die Ablagerungen von Natriumcarbonat (englisch Sodiumcarbonit), was in dem sogenannten See zusammen mit Natriumchlorid einfach massig vorkommt. Nicht umsonst ist Magadi die zweitgrößte Sodaquelle der Welt. Es ist jedoch manchmal fragwürdig ob man den „See“ als solchen bezeichnen kann, denn der größte Teil der Fläche ist mit einer Meterdicken Salzkruste bedeckt, „wodurch selbst das Tote Meer wie eine läpprige Brühe erscheint“ (Zitat aus dem Reiseführer). Schon nach wenigen Minuten in Magadi hat sich sofort einer zu uns gesellt und wollte uns alles zeigen. Als Mzungu ist man eben sofort als potenzielle Einnahmequelle interessant. Ich muss aber sagen, dass das in dem Fall ganz gut war, denn ich glaube ohne unseren „Anführer“ hätten wir und eher nicht auf die Salzdecke des Sees gewagt. Das das absolut unbedenklich ist, haben wir aber schnell gesehen, da die Soda-Company die Salzdecke sogar mit schweren Geländewagen befährt.Wenn man sich einen einzelnen Klumpen naeher anschaut, dann kann man die ganzen einzelnen Kristalle sehen! Ich glaueb, Opi Wolfgang haette sich da auch wohlgefuehlt...
 Insgesamt ist der Lake Magadi und rundherum größtenteils weiß. Der Ort Magadi besteht nur aus ein paar Wohnblocks und ein paar einzelnen Häusern, einer Tankstelle, einem Fleischer, einem Tante-Emma-Laden, zwei kleinen Restaurants, einer kleinen Kirche und natürlich der Soda-Fabrik, welche auch schon etwas in die Jahre gekommen aussieht.
Aber auch diese absolut trostlose Landschaft hat irgendwie einen gewissen Reiz (wenn man die Hitze noch etwas runterregeln könnte wäre es noch schöner)

Eigentlich wollten Jonas und ich noch zu den heißen Quellen an der Südseite des Sees aber erst haben wir einfach keinen vernünftigen Preis aushandeln können und später meinten alle Fahrer, es sei kein Benzin mehr an der Tankstelle und man müsse auf den Tanklaster warten.
Also mussten wir diesen Punkt in unserer Reiseplanung auslassen und haben uns auf den Rückweg gemacht.
Unterwegs wollte ich eigentlich noch einige Fotos von der Landschaft machen, besonders auch von den vielen riesigen Termitenhuegeln, jedoch sind viele Ergebnisse an der getönten und verschmierten Fensterscheibe des Matatus gescheitert....
In Nairobi sind wir genau in den Feierabendverkehr hineingeraten was uns natürlich noch einiges an Wartezeit im Stau beschert hat.
Eigentlich wollte ich noch am Sonntag Abend zurückfahren, jedoch hatte ich nach dem Stau absolut keine Lust mehr auf den Stress und dann nochmal drei Stunden Matatu. Also hab ich mit Jonas noch in aller Ruhe Fotos und ein paar Filme (für langweilige Momente in Embu) ausgetauscht und auch schon unseren nächsten Ausflug geplant.Also hab ich noch eine Nacht im kalten Nairobi verbracht und bin dann Montag Vormittag zurückgefahren.

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