Sonntag, 28. August 2011

Wo ist schon wieder die Zeit hin???


Inzwischen sind ja schon wieder fast drei Monate rum in denen ich mich erfolgreich vor dem Schreiben gedrückt habe :)  Und nach dieser Zeit verbleibt mir auch nichtmal mehr eine Woche hier in Kenia, bevor ich wieder ins Flugzeug steige und wieder die Leipziger Gegend unsicher mache.
Also wenigstens nochmal ein paar Einzelheiten aus den letzten Monaten.

Direkt nach Mt. Kenya hatte es Lorna, unsere englische Feriwillige richtig umgehauen: Drei Tage Krankenhaus...Die erste Nacht ging es ihr so beschissen, dass Stella und ich abwechselnd Nachtwache gehalten haben...Was genau sie am Ende nun hatte ist nicht ganz klar. Könnte irgend eine Lungenkrankheit gewesen sein, aber jeder Arzt hat da was anderes gesagt...

Am Pfingstsonntag bin ich mit dem Gemeindechor an einen Ort namens Mikimbi total in die Pampa gefahren.
Dementsprechend war auch das "Kirchengebäude" ausgestattet: Eine einfache, unauffällige Holzhütte mit ein paar Bänken, einem einfachen Altar und ein paar Stühlen. Das war mal eine ganz andere Art einen Pfingstgottesdienst zu erleben :)

Im St. Stephen´s hatte ich bis Juli wieder mal eine neue Aufgabe für mich entdeckt: Brennholz für die Küche spalten. Da hatte ich wenigstens für ein bis zwei Stunden was zu tun und war damit auch recht ausgelastet.
Abends habe ich wie immer Hausaufgabenhilfe gemacht. Und man stößt immer mal wieder auf eine Aufgabe, die mir richtig Kopfzerbrechen bereiten kann, meistens weil ich die Vorgehensweise inzwischen vergessen hatte oder einfach eine für irgendwas fehlt (die ich zu Hause in ner Formelsammlung nachgeschlagen hätte, aber sowas haben die Kinder hier gar nicht...)

Im Juli habe ich zusammen mit Jonas aus Nairobi nochmal knapp zwei Wochen Urlaub gemacht. Diesmal haben wir die Küste Kenias unsicher gemacht. Also per Nachtbus nach Mombasa und dann wieder zu Luisa und Sarah, den VIA-Freiwilligen in Mobasa. In Mombsasa haben wir ein paar Mal die Altstadt durchkreuzt, viele tolle alte geschnitzte Holztüren bestaunt, einfach am Mehr gesessen und genossen, im badewannenwarmen Wasser geschwommen und einfach gut gehen lassen. Einmal waren wir bei ebbe am Strand und ich konnte ganz viele kleine Krabben mit einer überdimensionierten rotgefärbten Schere entdecken und beim genauen hinsehen habe ich festgestellt: Auch be Krabben gibt es Rechts- und Linkshänder :)

Nach zwei Tagen sind wir dann wieder aufgebrochen, Richtung Norden, nach Watamu. Dort wurde man sofort wieder von einigen "Touristenführern" umschwärmt, die einen hier und da und dort hinbringen wollten. Letztendlich haben wir es auch geschafft dort anzukommen wo wir hinwollten und zwar einem kleinen Hotel und erstmal Gepäck absetzten...
Dann sind wir zum Strand gelaufen. In Watamu gibt es ein paar Buchten mit Sandstrand, der Rest der Küste ist mit Riffen und Steilen Felsen übersäht. Da gerade Ebbe war ist aus Schwimmen vom Strand aus nichts geworden.Wir haben jedoch eine Stelle gefunden wo man ins tiefere Wasser reinkonnte. Es war recht Windig und so hatten wir schon etwas mit den Wellen und der Strömung zu kämpfen :)
Am Nächsten Tag sind wir zu den Ruinen von Gede, einer verlassen Stadt im Wald, nur ein paar Kilometer von der Küste weg. Diese Stadt wurde offenbar im 15/16 Jh erbaut aber schon um 1700 herum wieder aufgegeben. Einfach toll diese ganzen Ruinen von alten Häusern, Moscheen und einem kleinen Palast und das mitten im Wald! Die Gedankenbrücke zum Dschungelbuch konnte man dort auf jedenfall schlagen.
Den nächsten Tag sind wir früh nochmal an den Strand und ich bin wieder mit Kamera bewaffnet auf Jagt gegangen nach allem was man an einem Riff eben entdecken kann, z.B. jede Menge Krabben!
Ein Fischer hatte einen Tintenfisch gefangen und ging nun mit diesm am Haken auf Jagd nach Langusten die sich mit nem Tintenfisch offenbar recht gut aufschrecken lassen.
Danach sind wir nach Malindi gefahren, nur ein paar Kilometer nördlich von Watamu. Mailindi war neben Mombasa und der Insel Lamu eine der wichtigsten Handelsstädte an der Küste Kenias. Dort haben wir uns wieder erstmal ne Unterkunft gesucht und sind dann durch die Stadt geschlendert. Bei mir machten sich den ganzen Tag über Ohrenschmerzen bemerkbar, und der örtliche Ohrenarzt diagnostizierte mir eine Entzündung im Gehörgang: "Nichts ungewöhnliches für Touristen hier mit dem Küstenklima und dem Wasser." Also für ein paar Tage Badeverbot, das "tollste" was man sich im Urlaub an der Küste vorstellen kann.........
Abends haben wir in Watamu sämtlich Straßenstände abgeklappert, die Mshakiki, also Schaschlik auf kenianische Art, hatten und haben uns vollgefuttert. Wir hatten die Mshakiki schon in Watamu entdeckt und ich bin absolut auf den Geschmack gekommen :)

Am Nächsten Tag sind wir von Malindi nach Marafa gefahren und haben uns "Hells Kitchen" angeguckt. Das ist eine Sandsteinformation, die im Laufe der zeit von Regen und Wind in den Boden gefressen wurde. Man kommt sich vor wie in einer anderen Welt, nur Rot, Gelb, Braun und Weiß. Und die Hitze die im laufe des Tages größer wurde, machte auch den Namen Hell´s "Kitchen" verständlich wäre es nicht etwas bewölkt gewesen wären wir gut durchgebraten wieder nach Malindi gefahren :)
Abends haben wir dann den Nachtbus nach Lamu genommen. Diese Fahrt war aber bei weitem nicht so komforttabel wie die von Nairobi nach Mombasa, denn die Straße war extrem schlecht und wir wurden richtig an unseren ersten Urlaub erinnert, an die Strecke hoch in den westlichen Norden Kenias zum Lake Turkana (Mist, darüber wollte ich ja eigentlich auch berichten...). Mit dem geplanten Schlaf im Bus wurde also nicht viel...
Im Morgengrauen sind wir an der Fähre zur Insel Lamu angekommen und gleich mit der ersten mitgefahren. In Lamu wurden wir von einem kleine und dürren Mann mit (im verhältnis zu seiner Körpergröße) übergroß erscheinender Taschenlampe begrüßt, der sich als Führer vom Touristenoffice vorstellte und uns auch sofort zu einer guten Unterkunft verhalf (auch wenn diese wie überall an der Küste recht teuer war....) Dort haben wir erstmal unseren Schlaf nachgeholt und erst Nachmittags die Insel erkundet. Lamu ist eine absolut idyllische Insel mit vielen kleinen Gassen, alten Häusern im Stil der Swahili-Kultur (also typisch für die Ostafrikanische Küste) und vielen Holzschiffen, die hier zum größten Teil mit traditionellen Werkzeugen hergestellt werden.
Autos gibt es eigentlich keine, nur ein paar Traktoren und Krankenwagen für Esel haben wir gesehen. Alles andere wird hier per Esel oder in Karren oder natürlich per Dhau (die traditionellen Schiffe) transportiert. Und auch zum Festland gibt es nur die Verbindung per Dhau. Strom gibt es hier durch ein eigenes kleines Kraftwerk am Rand der "Stadt" welches mit Diesel betrieben wird.
Am zweiten Tag auf Lamu haben wir einmal die gesamte Insel umrundet. Erst auf nem Esel zum nächsten Dorf: Shela. Dort dann ca 12 km am Stand zum dritten von vier Dörfern auf der Insel gelaufen: Kipungani. Am Stand gab es wieder tausende Krabben, aber wieder andere als in Watamu oder in Mombasa zu sehen waren.In Kipungani haben wir dann nach einer Möglichkeit gesucht um weiter oder zurückzukommen. Letztendlich sind wir in einem ganz kleinen Fischerboot weiter um die Insel gesegelt zurück zur Fähre am Festland und dann schon im Dunkeln per Fähre zurück nach Lamu.
Mit den Fischern haben wir uns gut unterhalten z.B. über die Technik für den Bau der Boote. (Da hätte ich natürlich wieder endloch fragen und fotografieren können :) )

Samstag, unserem vorletzten Tag haben wir mit einer Dhautour verbracht. Dabei gab es einige Schwierigkeiten denn wir hatten das ganze am Tag zuvor organisiert, sind aber an einen Betrüger geraten, der mit dem Teil des vorausbezahlten Geldes verschwunden war. Ein Kumpane war an dem Morgen dann am hafen und versuchte uns durch sich ständig ändernde Geschichten davon zu überzeugen dass unser Kapitän krank oder ein Verwandter krank sei und sie und jenes und so weiter... Nachdem wir eine Weile auf ihn eingeredet hatten hat er uns dann ein anderes Boot besorgt, und letztendlich konnten wir doch noch starten... Wir waren erst angeln, hatten auch einige Fische am haken, jedoch keine die man hätte essen können. Also haben wir uns von einem vorbeifahrenden Fischerboot noch ein paar Fische gekauft die wir dann auf der Nachbarinsel gegrillt und verspeist haben.
Dann tauchten auf einmal drei Boote auf, von dem Verband von Kapitänen, die normalerweise alles touristische regelt. Wie sich herausstellte muss man eine Dhautour dort buchen oder dort anmelden, was in unserem Fall keiner gemacht hatte, da dann wieder Probleme mit den Preisen und auch einige Probleme für den Kumanen unseres verschwunden ersten Organisators entstanden wären...
Als Jonas und ich die Tour gebucht hatten wussten wir nicht einmal dass dieser Verband existiert. Der Sinn hinter dem Verband ist, dass jeder Tourist der eine Dhau besteigt registriert ist und das Boot im Falle eines Seeunglücks mit Rettungswesten ausgestattet ist. Außerdem ist Somalia poer Schnellboot nur zwei Stunden entfernt, weswegen jede Fahrt registriert sein sollte...
Nach einigem hin und her sind wir dann zurück nach Lamu gefahren (wäre sowieso an der Zeit gewesen) und am Ende ist auch alles gut ausgegangen. Unser kapitän, mit dem wir gefahren sind war auch in dem Verband registriert, er hatte eben nur die Fahrt nicht angemeldet, und nachdem wir die ganze Geschichte erzählt hatten wurde auch die Suche nach dem ersten Kapitän, der mit unserer Vorkasse verschwunden war eingeleitet. Auch wenn dieser registriet war, war er offenbar für krumme Geschäfte und Betrügereien bekannt... Aber wie gesagt: am Ende ist ja alles gut gegangen und wir hatten trotzdem einen schönen Tag.

Sonntag, unserem letzten Urlaubstag waren wir früh nochmal schwimmen, sind dann nochmal durch die stadt geschlendert und sind dann per Fähre wieder aufs Festland. Dort mussten wir noch irgendwie zu dem Dorf kommen, wo unser Bus nach Nairobi abfuhr und welches knapp zwei Stunden von der Küste entfernt lag...
Und da fing das Problem an, denn das Matatu was dorthin fuhr wurde nichtmal halbvoll und auch nach einigen
Telefongesprächen mit der Busgesellschaft sind wir viel zu spät abgefahren und haben unseren Bus natürlich über eine Stunde verpasst... Zum Glück haben wir ein Privatauto gefunden, was auch nach Malindi fuhr, wo der Bus nochmal halten sollte. die letzte Zeit habe ich wieder ständig mit der Busgesellschaft telefoniert und letztendlich konnten wir mit einer halben Stunde Verspätung in Malindi noch in den bus einsteigen... Das war der Tag wo ich mich richtig nach deutschen Busunternehmen mit genauen Fahrzeiten gesehnt habe...

Früh morgens in Nairobi war es erstmal schweinekalt. Ich wäre am liebsten gleich wieder in einen Bus nach Mombasa gestiegen...

Zurück in Embu habe ich mal wieder ein Fahrrad zusammengebaut: John hatte von irgend einem Bekannten ein altes Rennrad bekommen. Also alles zerlegen, einige neue Teile besorgen (was sich ganz schön hingezogen hat), die Laufräder neu einspeichen und zentrieren und letztendlich wieder alles zusammensetzten... Ich liebe es immer wieder :)
Jetzt im August sind wieder Ferien, am Anfang waren also mal wieder fast alle Kinder zusammen da.
Inzwischen sind die meisten zu Verwandten oder sonstwohin in den Urlaub gefahren und hier sind nur noch eine Hand voll übrig geblieben. Mit den Jungs Fußball spielen war wie schon in den letzten Ferien absolutes Muss :) zur Zeit gehen und nur die Bälle aus, da einer nach dem anderen irgendwo aufreist...

Jetzt in den letzten Wochen waren wir einige Male bei Bekannten eingeladen. Und auch wenn man für vieles eigentlich das ganze Jahr Zeitgehabt hätte, schiebt es sich nun auf die letzten Tage zusammen...
Inzwischen habe ich schon angefangen zu packen. Heute hab ich mal das Gewicht gecheckt und: nur 20 kg!!!
Das heist, ich kann noch zehn Kilo an allem möglichen Kram einpacken :)

1 Kommentar:

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